Sprachförderung funktioniert besonders gut, wenn sie nicht als isolierte Unterrichtsstunde verstanden wird. Kinder lernen Sprache beim Spielen, Essen, Streiten, Fragenstellen und gemeinsamen Entdecken. Genau auf diese alltagsintegrierte Förderung setzte auch das Bundesprogramm „Sprach-Kitas“.
Am 19. September 2017 besuchte die damalige Bundestagsabgeordnete Christine Lambrecht die AWO-Kita Kirschenstraße in Viernheim, um sich über die Umsetzung des Programms vor Ort zu informieren. Die Einrichtung war 2017 in die zweite Förderwelle aufgenommen worden.
Warum Sprache im Alltag entsteht
Kinder erweitern ihren Wortschatz nicht nur beim Vorlesen. Auch beim gemeinsamen Bauen, Anziehen oder Frühstücken entstehen Gesprächsanlässe. Pädagogische Fachkräfte können solche Situationen gezielt nutzen, indem sie Fragen stellen, Handlungen sprachlich begleiten und Kindern Zeit zum Antworten geben.
Das Bundesprogramm verband diesen Ansatz mit weiteren Themen wie inklusiver Pädagogik und Zusammenarbeit mit Familien. Damit ging es nicht allein um einzelne Kinder mit besonderem Förderbedarf, sondern um die sprachliche Qualität des gesamten Kita-Alltags.
Der Besuch in Viernheim 2017
Beim Termin am 19. September 2017 stand im Mittelpunkt, wie Fördermittel praktisch in einer Einrichtung ankommen. Nach Angaben des AWO-Familienzentrums war die Kita Kirschenstraße damals mit einer Förderung von 100.000 Euro berücksichtigt worden.
Der Besuch zeigt ein grundsätzliches Muster öffentlicher Förderprogramme: Ob ein Konzept funktioniert, entscheidet sich weniger in einem Papier als in der täglichen Arbeit vor Ort.
Warum das Thema bis heute aktuell ist
Sprachliche Fähigkeiten beeinflussen, wie Kinder Fragen stellen, Kontakte knüpfen und später Unterrichtsinhalte verstehen. Frühzeitige Förderung bedeutet deshalb nicht, Kindergartenkinder möglichst früh „schulisch“ zu unterrichten. Es geht vielmehr darum, eine sprachreiche Umgebung zu schaffen.
Der Viernheimer Termin von 2017 ist damit auch Jahre später ein guter Anlass, daran zu erinnern, dass Sprachbildung im Alltag beginnt – und dass Eltern und pädagogische Fachkräfte dabei gemeinsam eine wichtige Rolle spielen.