Prinzip: Stadt mietet an, Stadt vermietet unter – Vorteile für Vermieter sind Mietsicherheit und verlässlicher Vertragspartner

Foto: vn

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Viernheim (Stadt Viernheim) – Der Wohnungsmarkt in Viernheim steht nicht jedem Interessenten uneingeschränkt zur Verfügung. Auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum fallen Einige durch das Raster. Dies betrifft nicht „schwer vermittelbare Personen“, sondern auch Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen in eine persönliche oder finanzielle Schieflage geraten sind. Manchmal reicht da schon eine schlechte Schufa-Auskunft wegen eines Handy-Vertrages. Betroffen sein können auch beispielsweise alleinerziehende Mütter mit Kindern, Menschen mit geringen oder gar keinem Einkommen und natürlich auch Flüchtlinge.

In Viernheim sind ca. 550 Wohnungssuchende (Bedarfsfälle) bei der städtischen Wohnungsstelle gemeldet und ca. 400 zugewiesene Flüchtlinge auf Wohnraum angewiesen. Doch leider kann dieser Personenkreis mit Wohnungen über den sozialen Wohnungsbau nicht zeitnah versorgt werden

Auf der anderen Seite „scheuen“ Eigentümer wegen gemachter schlechter Erfahrungen die Weitervermietung eines Objektes und entziehen nutzbare Wohnungen dem Wohnungsmarkt. Mehr oder minder (eher minder) verlässlichen Auswertungen beispielsweise aus den Daten des Zensus legen den (nicht verifizierten) Verdacht nahe, dass in signifikanter Anzahl (die Bandbreite der Mutmaßungen liegt zwischen 300 – 1000 Wohneinheiten) ungenutzte Wohnungen dem Wohnungsmarkt nicht zur Verfügung stehen.

Genau hier will das Projekt „Vermiete doch an die Stadt“ eine Brücke bauen nach dem Prinzip: Stadt mietet an, Stadt vermietet unter!

Das Projekt

Mit der Anmietung im Preis angemessenen Wohnraums durch die Stadt als Mieter (ortsübliche Miete) können dem Vermieter Ängste genommen und Sicherheiten gegeben werden. So mancher Vermieter hat womöglich schlechte bis schlimmste Erfahrungen bei der Vermietung seines Eigentums machen müssen und scheut die Wiederholung dieser Erfahrungen.

Das Projekt sieht vor, dass die Stadt Viernheim als Mieter auftritt: Dies bedeutet, dass der Mietzins von der Stadt bezahlt wird und natürlich auch die Stadt als Mieter für die Erhaltung der Mietsache (im üblichen Umfang) haftet. Somit wird ein finanzieller Schaden zu lasten des Vermieters vermieden.

Das Projekt sieht vor, dass die Stadt Viernheim das gemietete Objekt untervermietet: Dies soll natürlich in Absprache mit dem Vermieter erfolgen. Ziel ist es jedoch, den oben beschriebenen Personenkreis über das Projekt in eine bezahlbare Wohnung zu bringen.

Das Projekt refinanziert sich – durch die Inanspruchnahme des Untermieters durch die Stadt. Selbstverständlich wird der Untermieter den Mietzins an die Stadt ausgleichen müssen. Gegebenenfalls werden staatliche Drittmittel (Wohngeld, Leistungen ALG, Mietzuschüsse Neue Wege etc) herangezogen. Dies schließt nicht aus, dass gelegentlich im Einzelfall – weil Zuschüsse Dritter aus irgendwelchen Gründen mal eingestellt werden – übergangsweise das Budget der Stadt belasten. Wir gehen jedoch nicht davon aus, dass dies der Regelfall sein wird, im Übrigen im Dialog von „Behörde zu Behörde“ es doch schneller wieder zur Auszahlung von staatlichen  Mietzuschüssen kommt. Der Vermieter selbst wird von dieser “Unsicherheit” befreit.

Bei der Anmietung von Wohnungen steht die Dringlichkeit des Einzelfalles an erster Stelle. Alles muss passen: Mieter, Miethöhe, Mietvertrag, Größe und Zuschnitt der Wohnung und anderes mehr.

Vorprüfung

Die Verwaltung hat im Vorfeld mehrere Möglichkeiten zur Wohnungsbeschaffung geprüft, u.a. Belegrechte bei der Baugenossenschaft oder Privateigentümern, die Gewährung von Zuschüssen an Vermieter/ Mieter oder den Ankauf bzw. Bau von eigenen Wohnungen.

Doch letztlich haben wir uns für die Anmietung von Wohnungen durch die Stadt, für das Anmieten und Untermieten entschieden.

Dies vor allem

  • um die Wohnungssuchenden nicht in ein „Mieterschema“ pressen zu müssen
  • Kontrollaufwand beispielsweise bei Zuschussgewährung zu reduzieren
  • keine unnötigen „Mitnahmeeffekte“ für dem Grunde nach unvermittelbare Wohnungen zu generieren einer Erhöhung des Mietniveaus keinen Vorschub zu leisten
  • eine Durchmischung der Mieterstruktur in unserer Stadt (keine Konzentrationswirkung) aufrecht zu erhalten.

Kontaktdaten

Wir hoffen, dass möglichst viele Wohnungseigentümer, die über leerstehenden Wohnraum verfügen, die Stadt Viernheim bei diesem Projekt unterstützen. Interessenten wenden sich bitte an:

Herr Reiner Schneider
Bauverwaltungs- und Liegenschaftsamt
Tel.: 0 62 04 / 988-286
rschneider@viernheim.de

Herr Josef Benz
Amt für Soziales & Standesamt
Tel.: 0 62 04 / 988-226
jbenz@viernheim.de