Die Stadt investiert pro Jahr rund eine Million Euro in ihre Mietwohnungen – Zum Beispiel im Stahlbad

Foto: Stadt Weinheim

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Weinheim (rk) – An der Wand glänzen große weiße Kacheln, der Boden ist dunkelgrau gefliest. In der Küche hängt eine nagelneue Gastherme – nur die Küchentür, vom Schreiner hergerichtet, erinnert noch an den Stil der 60er-Jahre; sonst ist alles neu und modern geworden in Zwei-Zimmer-Wohnung im Geschosswohnungsblock in der Stahlbadstraße.

Die Stadt hat in diesem Jahr dort einen Schwerpunkt ihrer Sanierungsarbeiten an kommunalen Wohnungen gesetzt. Sechs Wohnungen in zwei Häusern wurden in den vergangenen Monaten von Grund auf saniert: nicht nur tapeziert, gekachelt und mit neuen Böden belegt und mit Sanitäreinrichtungen ausgestattet. „Die kompletten Installationen wurden neu hergestellt“, berichtet Frank Kinzel vom Amt für Immobilienwirtschaft.

Was in der öffentlichen Wahrnehmung bei allen großen Bauprojekten immer mal wieder untergeht: Jahr für Jahr steckt die Kommune rund eine Million Euro in ihre Mietwohnungen, die überwiegend in größeren Mietwohnblöcken liegen – und da sind die ständigen Unterhaltungsarbeiten gar nicht mitgerechnet. Rund 300 000 Euro sind jetzt in Stahlbadwohnungen investiert worden, parallel dazu werden sukzessive neun Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus in der Lützelsachsener Bachwiesenstraße saniert. „Das erhält Wohnraum und sichert die Bausubstanz“, erkärt Peter Zschippig, der Leiter der Hochbauabteilung im Amt.

Und doch: Der Bedarf lässt nie nach. Rund 340 Wohnungen unterhält die Stadt in eigener Regie. Sie werden benötigt, damit Menschen , die nicht viel Geld haben, in Weinheim Wohnraum finden. Aber selbst diese Wohnungen reichen nicht aus, um allen Sozialschwachen zu helfen. Es gibt eine Warteliste von Menschen, die sich auf dem freien Markt keine Wohnung leisten können. Dann nimmt die Stadt als sozialer Vermieter eine sozialpolitische Aufgabe wahr. Die Mieten werden dabei häufig von Sozialhilfeträgern oder dem Job-Center übernommen. Die Stadt passt das Mietniveau und den Standard entsprechend an. Die neu sanierten Wohnungen im Stahlbad werden für etwa 300 Euro (kalt) vermietet.

Weil Wohnraum dieser „Preisklasse“ rar ist, muss das Amt für Immobilienwirtschaft vor allem die Bewohnbarkeit möglichst vieler Mietimmobilien gewährleisten, damit der Leerstand so gering wie möglich ist. Aber der Investitionsbedarf ist trotzdem noch deutlich höher als die Kapazität – vor allem  wirtschaftlich betrachtet. Und vor dem Hintergrund, dass ständig weitere Wohnungen mit Sanierungsbedarf hinzukommen. Daher hat der Gemeinderat im vergangenen Jahr auch die Mittel für die Instandsetzung des kommunalen Wohnraums für Sozialschwache deutlich erhöht. „Aber die Zahl der Wohnungen, die wegen eines Investitionsstaus unbewohnbar bleiben müssen, führen wir Stück für Stück zurück“, verspricht Cornelia Lauinger, die Leiterin des Amtes für Immobilienwirtschaft. Dabei zeige die Stadt in zweierlei Hinsicht Verantwortung, betont sie: Gegenüber den sozial schwachen Menschen in der Stadt und den kommunalen Liegenschaften.