Erste Winterdienste des Weinheimer Bauhofs liefen versiert ab – Appell an Anwohner und Autofahrer

Nachlässig abgestellte Autos machen die Arbeit oft schwer. Foto: Stadt Weinheim

Nachlässig abgestellte Autos machen die Arbeit oft schwer.
Foto: Stadt Weinheim

Weinheim (rk) – Es war Sonntagmittag (3.12.2017) und die meisten Menschen standen gemütlich auf den Weihnachtsmärkten zusammen. Einige fragten sich, ob die Straßen und Gehwege am Abend auch wirklich so aussehen würden, dass sie wieder problemlos nach Hause kommen – und am nächsten Morgen zur

Arbeit. In Weinheim ist das möglich, obwohl der Winterdienst in der Stadt und den Ortsteilen wegen der topographischen Verhältnisse und teilweise engen Straßen sehr anspruchsvoll ist. Aber der Winterdienst des Weinheimer Baubetriebshofs ist eingespielt und versiert, so verlief das erste Schnee-Wochenende des Jahres auch versiert ab. Als die meisten Menschen am Sonntag die Weihnachtsmärkte besuchten, strömten rund 70 Mitarbeiter der Stadt bereits aus, setzten sich an die Steuer ihrer Unimogs und Streufahrzeuge, luden Salz auf oder fegten – mit starken Besen und Muskelkraft, die öffentlichen Gehwege frei. „Anstrengend aber reibungslos“, sei der erste große Wintereinsatz gewesen, bilanzierte Heiner Greulich, der Stellvertretende Bauhofleiter am Montag. Elf  Räumfahrzeuge der Stadt waren mit der vollen Bauhof-Besatzung im Einsatz.

Die Mitarbeiter der Stadt bieten Eis und Schnee mit Routine Paroli. Alles ist eingeübt und erprobt. Im Sommer sind sie zum Beispiel als Gärtner, Straßenbauer, Straßenreiniger, Bademeister, Sportplatzwart oder in einer anderen handwerklichen Tätigkeit beschäftig. Bei eisigen Temperaturen gehen die Uhren aber anders: Bereitschaft ist dann ab vier Uhr am frühen Morgen. Dann drehen die Einsatzleiter des Bauhofs im Wechsel in der Stadt und in den Odenwald-Stadtteilen ihre Kontrollrunden. Bei Eis oder Schnee setzen sie eine Telefonkette in Gang, so dass der Winterdienst so früh wie möglich beginnen kann.

Dann werden nach einem Prioritätenplan die Weinheimer Straßen geräumt und gestreut, so dass bis 7 Uhr die Menschen möglichst ohne Probleme an ihren Arbeitsplatz fahren können. Zu den elf Räumfahrzeugen kommen rund 20 Kleinfahrzeuge für die Mitarbeiter, die mit dem Besen die öffentlichen Wege auf Brücken oder auch die Schlossparkwege begehbar machen.

Allerdings, bei Gehwegen vor Häusern  hier ist der jeweilige Immobilienbesitzer zuständig. In der Praxis kommen viele Besitzer der Räum- und Streupflicht – die übrigens in einer Satzung verpflichtend geregelt ist – allerdings nicht ordnungsgemäß nach.

Neben einigen Steilstrecken in den Ortsteilen gilt auch der Dürrestraße besondere Beachtung. Übermäßige Glätte und das starke morgendliche Verkehrsaufkommen verlangen regelmäßig schnelles Eingreifen. Während andere Kommunen oft Fremdfirmen beauftragen müssen, „kennen unsere Leute jeden Zentimeter im Stadtgebiet“ – so Rainer Rettig, Leiter des Weinheimer Bauhofes. Das macht wichtige Minuten aus.

Für die kommenden Wochen ist bestens vorgesorgt. So lagern momentan über 100 Tonnen Streusalz in Weinheim – in einem Fremdlager steht zusätzliches Material auf Abruf bereit. Damit der Winterdienst die Straßen aber auch ordentlich befahren und bestreuen kann, sind alle gefragt. Im Halteverbot sowie in Wendekreisen geparkte Fahrzeuge, aber auch in Kreuzungsbereichen nachlässig abgestellte Autos machen dem Trupp die Arbeit oft schwer und sorgen neben Verzögerungen im Winterdienst auch für ein Sicherheitsrisiko, wenn Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr behindert werden.