Die Welt ist voller guter Ideen – lass sie wachsen

Gesunde Rinder sind für die Arbeit der Kleinbauern von großer Bedeutung zur Bewirtschaftung ihrer Felder. Foto: © Florian Kopp/MISEREOR

Gesunde Rinder sind für die Arbeit der Kleinbauern von großer Bedeutung zur Bewirtschaftung ihrer Felder.
Foto: © Florian Kopp/MISEREOR

Seit einem Jahr müssen die Frauen nicht mehr kilometerweite Wege auf sich nehmen und können ihre Milch im Dorf verarbeiten lassen. Foto: © Florian Kopp/MISEREOR

Seit einem Jahr müssen die Frauen nicht mehr kilometerweite Wege auf sich nehmen und können ihre Milch im Dorf verarbeiten lassen.
Foto: © Florian Kopp/MISEREOR

Viernheim (mw) – Seit 1958 bekämpft das Hilfswerk Misereor die Armut auf allen Kontinenten der Erde und setzt sich besonders für die Rechte der benachteiligten Menschen ein. Im Rahmen der diesjährigen Misereor-Fastenaktion werden kreative Ideen von Kleinbauern in Burkina Faso unterstützt, um die Ernährung und die Versorgung ihrer Familien sicherzustellen.

Auf Initiative des Partnerschaftsvereins FOCUS hin konnte der Burkinabé Adama Diallo für einen Vortrag im Weltladen Viernheim gewonnen werden. Der Referent berichtet aus eigener Anschauung über die realen Lebensbedingungen von Bauern und Hirten in Burkina Faso. Adama Diallo tritt als Präsident des Dachverbandes der Kleinmolkereien von Burkina Faso für die Stärkung der lokalen Milchbauern ein. Veranstalter sind neben FOCUS der Frauenbund Viernheim und die Pfarreien Johannes XXIII., St. Hildegard und St. Michael.

Kleinmolkereien sichern Einkommen

Inzwischen kann in Burkina Faso Milch und die daraus gewonnenen Joghurt-Produkte dank der mit Photovoltaik-Anlagen betriebenen Kühlschränke gut verarbeitet und gelagert werden. Das ist ein wertvoller Beitrag zur Verbesserung der Ernährungssituation der Menschen. Die Kleinmolkereien sichern ein Einkommen für die Landbevölkerung und schaffen die finanzielle Basis, um das Schulgeld für die Kinder und die Behandlungskosten in den Gesundheitsstationen bezahlen zu können.

Milchpulver ruiniert Kleinbauern

Doch kommt bei diesem Vortrag auch die Bedrohung dieser Initiativen durch den Import von billigem Milchpulver aus der EU zur Sprache, das selbst in den entlegensten Landesteilen von Burkina Faso gekauft werden kann. Kostet ein Liter Milch umgerechnet 35 Cent, so ist die entsprechende Menge Milchpulver schon für 10 Cent erhältlich. Das ruiniert langfristig die Kleinbauern und Viehhirten, wenn die EU ihre Milchpulverexporte weiterhin so massiv subventioniert.

Adamo Diallo berichtet von vielen guten Ideen, die von Misereor in Burkina Faso unterstützt werden. So zum Beispiel von der Landbevölkerung selbst entwickelten biologischen Mitteln zur Bekämpfung von Unkraut auf den Feldern und zur Behandlung der Pockenseuche bei Rindern. Herzliche Einladung zu einem informativen Vortrag.

Kurzinfo