Stadtrat Jens Bolze sowie Philipp Granzow und Reinhard Wirths vom Brundtlandbüro präsentieren nicht ohne Stolz bemerkenswerte Ergebnisse aus dem Energiebericht 2011-2012 der Brundtlandstadt Viernheim. Foto: sid

Stadtrat Jens Bolze sowie Philipp Granzow und Reinhard Wirths vom Brundtlandbüro präsentieren nicht ohne Stolz bemerkenswerte Ergebnisse aus dem Energiebericht 2011-2012 der Brundtlandstadt Viernheim.
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Viernheim (sid) – Der Energiebericht 2011-2012 weist Energie-Einsparungen für das Jahr 2012 in Höhe von 6.223.473 kWh und Wassereinsparungen von 15.413 m³ aus. Zusammen mit den reduzierten Leistungspreisen im Bereich Wärme sowie vermiedenen Investitionen und Wartungskosten ist damit eine Kosteneinsparung von 883.295 Euro verbunden.
Diese und andere „frohe Botschaften“ sind dem Energiebericht 2011-2012 zu entnehmen, den 1. Stadtrat Jens Bolze zusammen mit Philipp Granzow und Reinhard Wirths vom Brundtlandbüro gestern der Presse vorstellten – und dies nicht ohne Stolz und Zufriedenheit. Denn die Bilanz der letzten 14 Jahre – seit 1999 betreibt die Brundtlandstadt Viernheim konsequent ein kommunales Energiemanagement – für sich. Aufwendungen von 1.254.400 Euro stehen Kosteneinsparungen von 3.023.506 Euro gegenüber. Die Energie- und Wassereinsparmaßnahmen erbrachten somit einen Gewinn von 1.769.106 Euro.
Die Energiekosteneinsparung bei den städtischen Objekten ist enorm. Im Jahr 2012 beliefen sich die Energie- und Wasserkosten auf 1,41 Millionen Euro, die Energie- und Wasserkostenvermeidung belief sich auf 883.295 Euro. Und noch erfreulichere Zahlen wird der nächste Energiebericht liefern, verspricht 1. Stadtrat Bolze und verweist dabei auf den Vorbildcharakter einer Stadt. „Eine Stadt wie Viernheim, Hessens 1. Energiesparstadt, muss Energie sparen bzw. ein konsequentes Energiemanagement auch vorleben. Die Erfolge sind beeindruckend!“
Bolze dankte dem engagierten Brundtlandteam einschließlich den rund 30 Netzwerkern (Hausmeistern, Hallenwarten und energiebewussten Bediensteten in allen städtischen Einrichtungen) für deren tatkräftige Unterstützung. Darin liege – so Brundtlandbeauftragter Granzow – der Erfolg begründet. “Nur mit Kontinuität können wir solche Erfolge verbuchen!”

Zur weiteren Information

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Grafik: sid

Seit 15 Jahren betreibt die Stadt Viernheim aktiv Energiemanagement, um den Verbrauch von Wärme, Strom und Wasser in den eigenen Liegenschaften zu reduzieren. Das senkt die Kosten, vermeidet Emissionen, sorgt für Aufträge im lokalen Handwerk und ist ein gutes Vorbild für andere Sanierer. In regelmäßigen Abständen werden mit den sogenannten Energieberichten die durchgeführten Maßnahmen und die dadurch erreichten Erfolge dokumentiert.
Seit 1999 ist ein erfolgreich zusammenarbeitendes Team aus Hausmeistern, dem Personal vor Ort, den Mitarbeitern des Bauverwaltungs- und Liegenschaftsamtes, dem Stadtbetrieb und dem Energiebeauftragten Garant für sinkenden Energie- und Wasserbezug bei den städtischen Objekten sowie beträchtliche Kosteneinsparungen.
Gesamtkosteneinsparung: Der Rückgang des Energie- und Wasserbezugs für die Versorgung der städtischen Objekte und des Stadtbetriebs hat im Berichtsjahr 2012 im Vergleich zum Basiszeitraum (Ø1996-1998) folgende Kosteneinsparungen erbracht:

  • Wärmekosten:     613.850 €
  • Stromkosten:    214.252 €
  • Wasser-/Abwasserkosten:    55.193 €
  • Gesamteinsparung:     883.295 €

Klimaschutz: Die CO2-Emissionen der städtischen Objekte liegen im Berichtsjahr 2012 um 34% unter den Werten des Klimaschutzbasisjahres 1990.

Einsparungen bei Heiz-, Strom- und Wasserkosten

Grafik: sid

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Der Wärmeverbrauch  der städtischen Objekte ist von 1998 bis 2012 um 54% gesunken. Der damit vermiedene Heizenergiebezug hat derzeit einen Wert von 412.142 Euro pro Jahr und entlastet den städtischen Haushalt.
Die Einsparung beziffert sich auf 54 Prozent.
Der Strombezug der städtischen Objekte, ohne Straßenbeleuchtung, ist von 1998 bis 2012 um 45% gesunken. Die eingesparte Strommenge hat derzeit einen Wert von 184.390 Euro pro Jahr. Die Einsparung entspricht 45 Prozent.
Neben der Stromeinsparung konnten durch den Einsatz von langlebigen LED- Leuchtmitteln bei den Ampelanlagen und der Tiefgaragenbeleuchtung zusätzlich 29.862 Euro Wartungskosten eingespart werden.
Deutlich ist auch der Rückgang des Wasserverbrauchs im Jahr 2012 im Vergleich zum Bezugszeitraum 1998. Der Wasserbezug bei den städtischen Objekten lag 2012 um 38% unter den Ausgangswerten.
Die eingesparte Wasser-/Abwassermenge hat einen Gegenwert von 55.193 Euro.

Anteil regenerativer Energie an der Wärmeversorgung städtischer Objekte

Grafik: sid

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Als Energieträger werden eingesetzt: Erdgas (62 Prozent), Fernwärme (33 Prozent), Pellets (3 Prozent) und Heizöl (2 Prozent).
Der Anteil regenerativer Energie an der Wärmeversorgung der städtischen Objekte ist auf derzeit 3% angestiegen. Fernwärme (33% Anteil) wird aus dem Energieträger Erdgas durch Kraft-Wärme-Kopplung im BHKW Essigzapfen und BHKW Rathaus mit hoher Energieeffizienz gewonnen.
Interessant die Aktivitäten zur nachhaltigen, Klima schonenden Stromerzeugung auf dem Gebiet der Stadt Viernheim und durch die Aktion “Sonnenschein” der Stadtwerke Viernheim aufgezeigt werden: Im Jahr 2012 wurden auf dem Stadtgebiet in 247 Fotovoltaikanlagen insgesamt 3,3 Millionen Kilowattstunden regenerativen Stroms erzeugt. Die installierte Fotovoltaikleistung ist auf 4.661 Kilowatt angestiegen.
Innerhalb von 2 Jahren hat sich die regenerative Sonnen-Stromerzeugung auf dem Stadtgebiet damit sehr dynamisch entwickelt (+83%).

Ausblick 2013/2014

Für das Jahr 2013/14 sind u.a. folgende Maßnahmen geplant:

  • Hocheffiziente Wärmerückgewinnung bei der Lüftungsanlage Bürgerhaus Restaurant
  • Wärmerückgewinnung bei der Lüftungsanlage Küche Bürgerhaus
  • Umstellung der Beheizung des Kraftraums in der Waldsporthalle von einer Luftheizung auf eine Deckenstrahlungsheizung
  • Hydraulischer Abgleich im Altbau des Funktionsgebäudes Sportgebiet West
  • Tageslichtabhängige Beleuchtung in der Krippe Kapellenberg
  • Beleuchtungssanierung in 2 VHS Seminarräumen
  • Beleuchtungssanierung SBS (Umstellung auf LED-Leuchten)
  • Bedarfsgerechte Beleuchtungsnutzung durch eine Verknüpfung mit den Belegungsplänen
  • Prüfung des BHKW Einsatzes bei der anstehenden Heizungssanierung im Heimatmuseum
  • Prüfung des Einsatzes eines regenerativen Wärmeerzeugers bei der Sanierung der Heizung Feuerwehr