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Viernheim (rhg) – Seit 1952 ist es Tradition, am Volkstrauertag an die Opfer der Kriege, insbesondere des Ersten und Zweiten Weltkrieges sowie der Gewalttoten in aller Welt zu denken. Auch in Viernheim gedachte man am Sonntag, 19. November 2017 wieder der vielen Gefallenen und Opfern von Gewaltherrschaft, Vertreibung und Flucht.

In diesem Jahr hielt Stadtverordnetenvorsteher Norbert Schübeler die Rede an diesem denkwürdigen Sonntag in der Kapelle auf dem alten Friedhof in der Lorscher Straße. Musikalisch umrahmt vom Männergesangverein 1846 Viernheim, dem Viernheimer Stadtorchester unter der Leitung von Lothar Blüm und Albrecht Wunderle an der Orgel erläuterte Schübeler den Gedanken des Volkstrauertags – dem Gedenken und der Mahnung für die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs im Jahr 1919. Das ist auch der Kern des Volkstrauertages, den der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten ins Leben rief. Seit 1952 erinnert er an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen.

„Am Volkstrauertag setzen wir uns bewusst mit Krieg, Vertreibung und Flucht auseinander. Das ist wichtig, denn ansonsten macht sich das Vergessen breit“, sagte Schübeler. Und mit einem kleinen Fingerzeit auf die heutige Zeit sagte der Stadtverordnetenvorsteher weiter: „Diejenigen, die authentisch berichten können, werden weniger; jene Politikergeneration, die die Kriegs- und Nachkriegszeit bewusst erlebt hat und deren Handeln davon geprägt war, wirkliche Not am eigenen Leib kennengelernt zu haben, ist abgetreten“. Aus seiner Rede war deutlich zu vernehmen, dass nichts vergessen werden darf.

Mit den Erinnerungen an die Schlacht von Verdun, die zum Inbegriff der Sinnlosigkeit bewaffneter Auseinandersetzungen geworden ist über die „Hölle von Stalingrad“ bis hin zu den rund 67 Millionen toten Menschen in den beiden Weltkriegen wird nach seinen Worten noch heute jede Vorstellungskraft von Leid gesprengt.

„An einem Beispiel wird die Sinnlosigkeit des Krieges vielleicht etwas konkreter. Die Stadt Viernheim strebt eine Städtepartnerschaft mit der polnischen Stadt Mlawa an.

Auf polnischer Seite waren 1200 Tote und 1500 Verwundete zu beklagen, auf Seiten der deutschen Verbände 1800 Tote, 3.000 Verwundete und 1.000 Vermisste. Dort fand zwischen dem 1. und 3. September 1939, also direkt zu Kriegsbeginn, die ‚Schlacht von Mlawa‘ statt.“ Selbst mit dieser nur einen Information über das Ausmaß des Krieges sind die wahren Vorstellungen vor Ort unfassbar. Nicht zu vergessen sind dabei auch die sinnlosen Verfolgungen jüdischer Mitmenschen.

„Es sind diese Schilderungen, die uns auch heute noch betroffen machen. Wir brauchen den Volkstrauertag als Moment des Innehaltens, ebenso wie Orte des Gedenkens, um das, was geschehen ist, nicht zu verdrängen“, lautete deshalb auch seine Mahnung an die heutige Generation. „Gleichzeitig, und das ist das Tragische dabei, müssen wir feststellen, dass die Menschheit aus dem Geschehen der Vergangenheit nichts oder nur sehr wenig gelernt hat. Denn Krieg, Vertreibung und Flucht gehören leider nicht der Vergangenheit an“.

Sein Dank galt am Ende nicht nur den Mitgliedern von Chor und Orchester sowie Albrecht Wunderle, er galt besonders auch dem VDK Viernheim und dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge für die Ausrichtung der Feierstunde.