Im Innenhof der Stiftskirche in Feuchtwangen finden alljährlich die Kreuzgangspiele statt. Foto: djd/Kulturamt Feuchtwangen/Nicole Brühl

Im Innenhof der Stiftskirche in Feuchtwangen finden alljährlich die Kreuzgangspiele statt.
Foto: djd/Kulturamt Feuchtwangen/Nicole Brühl

(djd). Die Suche nach der Wahrheit ist etwas Grundsätzliches und Existenzielles, sie ist etwas Ur-Menschliches. Auch in den Stücken der Kreuzgangspiele Feuchtwangen vom 14. Mai bis 13. August 2017 geht es um die Suche nach Maximen, auf die sich das Leben sinnvoll gründen lässt. Informationen zu allen Stücken und Aufführungsorten gibt es unter www.kreuzgangspiele.de.

Schwerpunkt Luther aus Anlass des Reformationsjubiläums

Die Reformation, also die Zeit der Kirchenspaltung, war eine Zeit der verteidigten Wahrheiten, aber auch der behaupteten Wahrheiten sowie des Festhaltens an überkommenen Wahrheiten. Im Zentrum der Auseinandersetzungen stand damals Martin Luther. Zum fünfhundertjährigen Reformationsjubiläum haben die Kreuzgangspiele ein großes Theaterstück über das Leben des Reformators auf den Spielplan gesetzt: von seinem Entschluss, Mönch zu werden, über die großen Glaubensauseinandersetzungen und ihrem Höhepunkt beim Reichstag in Worms bis hin zum Reichstag in Augsburg, bei dem Kaiser Karl V. das protestantische Glaubensbekenntnis zu dulden beginnt. Vor den Arkaden des historischen Kreuzgangs erleben die Zuschauer dabei Luther als Mensch, der gekennzeichnet ist durch die massiven Umwälzungen und Widersprüche seiner Zeit. Vorlage für das exklusiv für die Kreuzgangspiele entstandene Theaterstück ist der Film „Luther“ von 2003.

Argula von Grumbach als Reformatorin

Zumeist ist die Geschichte eine Geschichte der Männer. Dass Frauen die epochalen Zeitläufe der Vergangenheit ebenso geprägt haben, ist selten bekannt. Auch die Reformation scheint auf den ersten Blick eine Bewegung von Männern gewesen zu sein. Doch auch Frauen haben diese Zeit entscheidend mitgestaltet. Eine von ihnen war Argula von Grumbach. Sie korrespondierte mit Luther und war die auflagenstärkste Flugblattschreiberin des 16. Jahrhunderts – eine starke Frau, die sich politisch engagierte und gegen alle Widerstände für ihre Überzeugung einsetzte. Das Theaterstück für eine Schauspielerin findet an vier Abenden in der Johanniskirche statt.

Neben den beiden großen Stücken im Kreuzgang und in der Johanniskirche wird es eine Vielzahl kleinerer Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum geben: Am Beginn der Spielzeit am 20. Mai steht beispielsweise ein Abend unter dem Titel „Lästern mit Luther“ auf dem Programm; zudem wird es am 24. Mai einen TheaterStadtSpaziergang unter dem Titel „Reformen und Revolten“ geben. Die illuminierte Museumsnacht am 7. Juli im Fränkischen Museum führt in Szenen und Musik vom Himmel durch die Welt zur Hölle.

Lästern mit Luther

(djd). Luther nannte mit Lust an der Klarheit die intimsten Dinge beim Namen, ohne deshalb unfromm oder peinlich zu wirken. Luthers Gefolgsleute und Gegner waren aber auch nicht maulfaul, wie man bei einer Veranstaltung am 20. Mai im Fränkischen Museum Feuchtwangen erfährt. Dr. Rolf-Bernhard Essig und Franz Tröger sind Historiker, aber auch gekonnte Entertainer. Unter ihrem Bühnennamen „Die Streifenhörnchen“ kombinieren sie Wissen, Wort-Jonglage und Musik zu einem vergnüglichen und denkwürdigen Abend. Informationen gibt es auf www.kreuzgangspiele.de, unter Kreuzgangspiele extra.