(Landesverkehrswacht Hessen ) – Die Spitzen der beiden Verbände, Deutsche Verkehrswacht und Deutscher Feuerwehrverband sprachen jüngst über Grundfragen der Verkehrssicherheit mit dem Schwerpunkt Rettungsgasse.

Ein Kernthema war das Verhalten von Verkehrsteilnehmern nach einem Unfall. Trotz vereinfachter Regelungen wird die Rettungsgasse zu oft falsch oder gar nicht gebildet. Dadurch ist es für die Rettungskräfte, so auch der Feuerwehr schwierig, zur Unfallstelle durchzukommen.

Bei einem schweren Unfall können Sekunden über das Schicksal eines Menschen entscheiden. Wer Rettungskräfte bewusst behindert, nimmt in Kauf, dass sie zu spät eintreffen und keine Hilfe mehr leisten können. Aber: Strafen alleine helfen nicht. Die Menschen müssen noch besser aufgeklärt werden, damit sie im Ernstfall schnell und richtig handeln und eine Rettungsgasse bilden. Es wird angeregt, dass der Hinweis auf Rettungsgassen auch in Navigationsgeräten gegeben wird. Dem Bundesverkehrsministerium liegt eine Aufforderung des Feuerwehrverbandes vor, dass eine entsprechende Meldung bei Stau eingeblendet werden soll

Die Verkehrswacht weist darauf hin, so auch Klaus Ruppelt,  Präsident der Landesverkehrswacht Hessen und Richter a.D.: Bei einem Unfall eine Rettungsgasse zu bilden, muss eine Selbstverständlichkeit sein. Daher begrüßt die Verkehrswacht die deutlich angehobenen Strafen für Verkehrssünder, die die Rettungsgasse nicht bilden oder am Unfallort sensationslüstern gaffen. Dass jemand nicht hilft, ist schlimm, aber es ist gut, dass Gaffern auch vom Gesetz her eine klare Ansage gemacht wird.

Am 22. September 2017 hat der Bundesrat einer Verordnung der Bundesregierung zugestimmt. Diese sieht Geldbußen von mindestens 200 Euro, in schweren Fällen bis 320 Euro zuzüglich einem Monat Fahrverbot vor, wenn Autofahrer bei stockendem Verkehr auf Autobahnen keine Rettungsgasse für Polizei und Rettungskräfte bilden. Bisher waren lediglich 20 Euro fällig.

Während das Gaffen lange als Ordnungswidrigkeit galt und mit einem Bußgeld geahndet wurde, wird dieses Verhalten seit Frühsommer 2017 eine Straftat geahndet. Wer nun durch Gaffen an einer Unfallstelle oder Blockieren der Rettungsgasse auf der Autobahn die Versorgung von Verunglückten erschwert, kann mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe rechnen.