Horst Trebert schießt volle Ringzahl – 29 Hessentitel für die beiden Kreise

(Wolfgang Feustel) – Letztmals traten die Schützen der Kreise Bergstraße mit Kurz- und Langwaffen bei den Meisterschaften des Schützengaus Starkenburg und den Hessenmeisterschaften an, ehe am 1. September 2017 die Vereinigung stattfindet und der Schützenbezirk Starkenburg gebildet wird. „In der Sache vereint – in den Farben getrennt“ lautete noch einmal das Motto der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei den nächsthöherenTitelkämpfen, die einen reichen Medaillenregen bescheren sollten. 165 Medaillen errangen die Starter des Schützenkreises Bergstraße bei den Gaumeisterschaften wovon 68 Mal über Gold gejubelt werden durfte. In den Odenwald wanderten von 70 Medaillen immerhin 23 goldene in die Hände der glücklichen Schützen oder Teams. Was die Anzahl der Medaillen betrifft, spiegelt sich hier in etwa das Größenverhältnis dieser beiden Kreise wieder. Auf Landesebene jubelten die Bergsträßer bei 53 Mal Edelmetall gleich über 24 Siege während beim Odenwälder Nachbarkreis bei 14 Medaillen fünf Goldmedaillen heraussprangen. Schon jetzt darf man gespannt sein, was für die erfolgreichsten Starter bei den Deutschen Meisterschaften – der Löwenanteil der nationalen Titelkämpfe wird in Garching-Hochbrück bei München ausetragen – herausspringt.

Horst Trebert vollbrachte das Optimum auf Gauebene

Herausragende Bergsträßer Schützin in der Paradedisziplin Luftgewehr war bei den Gaumeisterschaften die Bürstädterin Yannah Hausmann, die in der Damenklasse mit 384 Ringen siegte. Der beste Odenwälder Tomas Carrasco vom SV Rai-Breitenbach scheiterte mit seinen 389 Ringen gar ganz knapp an der „magischen“ 390-Ringe-Marke. Im Auflageschießen vollbrachte Horst Trebert vom SV Beerfurth das Optimum und traf mit 300 Ringen die maximale Ringzahl für den Odenwald. Mit einem Ring weniger ärgerte sich Alfred Benna (SV Hassia Fürth) sicherlich angesichts von 299 Ringen über seinen „Neuner“. Die Zimmerstutzen-Hochburg ist Trösel wo folgerichtig Daniel Gunkel mit 270 Ringen den Sieg für den „94er-Kreis“ errang. Eine überragende Einzelleistung gelang dem Bundesligaschützen Aaron Sauter mit der Luftpistole. Er geht bei Meisterschaften für den SV Falken-Gesäß im Odenwald an den Start und langte mit 387 Ringen so richtig hin. Jürgen Kilian (Fürth) war mit 370 Ringen treffsicherster Bergsträßer. Wie bei den Zimmerstutzen gleichen sich die Bilder auch mit der Armbrust. Der SV Hubertus Trösel stellt hier die erfolgreichste Garde in der Breite, allerdings musste hier Rüdiger Reinsch seine Bestleistung mit dem Fürther Thorben Reinig teilen – beide Schützen kamen auf jeweils 383 Ringe.

Viernheim und Fürth sind mit der Flinte am besten vertreten, doch konnten sich auch die Schützen aus Bockenrod und vom Wurftauben Club Odenwald auf der Odenwälder Seite nicht beklagen. Nicht nur im Vergleich zum Odenwald sondern insgesamt stellten die bergsträßer Flintenschützen mit dem Vorderlader eine Klasse für sich dar. Zum Thema Vorderlader ist zu vermelden, dass Rainer Schwardt (Falken-Gesäß) mit der Langwaffe und Wolfgang Riedel (Viernheim) mit der Kurzwaffe ihre herausragende Klasse unter Beweis stellen konnten. Das Kleinkaliberschießen auf 100 Meter Entfernung wurde in erster Linie von bergsträßer Schützen geprägt. Zwar ging die Topleistung im freien Anschlag an Klaus Eidenmüller (Beerfurth), doch gingen die meisten Medaillen an die Bergstraße, wobei insbesondere die Auflageschützen – allen voran Walter Diehlmann (Lampertheim) mit 299 Ringen – den größten Anteil hatten. Patrick Hofmann (Rai-Breitenbach) setze beim KK-Sportgewehr die meisten Akzente während bei diesen Wettbewerben auf 50 Meter Entferung wiederum der SV Bürstadt wie auf 100 Meter Entfernung oder Großkaliber liegend 300 Meter herausragendes leistete. Bei den Kleinkaliber-Pistolen-Wettbewerben waren insbesondere die 289 Ringe des Fürthers Jürgen Kilian beachtenswert.

Trösel und Bürstadt setzen landesweit Maßstäbe

Biathlon verbindet der Beobachter gemeinhin mit Wintersport. Schnee, Glühwein und gute Stimmung begleiten die Athleten und jeder Treffer wird frenetisch bejubelt. Davon sind die Sommer-Biathleten noch himmelweit entfernt, doch die Begeisterung der Sportler und die Anspaunnung sind durchaus vergleichbar. Der Schützenkreis Odenwald hat hier vor einigen Jahren Neuland betreten, während im Bereich Bergstraße bei offiziellen Wettkämpfen derzeit noch kein Verein vertreten ist. Vielleicht macht das Beispiel Haisterbach im neuen Bezirk bald Schule, gerade weil in dieser Disziplin die weiblichen Protagonisten den Ton angeben. Anders sieht es bei den Gewehrspezialisten aus, wo auch heuer in den beiden Kreisen Hessenmeister gefeiert werden konnten. So gingen schs von sieben bergsträßer Titeln nach Bürstadt, wo Karl-Heinz Zehatschek im Liegendkampf auf 300 Metern genauso dominierte wie Siegfried Flügel im Luftgewehr-Wettbewerb der Körperbehinderte. Drei Mannschaftstitel für Bürstadt in den Liegendwettbewerben auf 50, 100 und 300 Metern bedeuten in Hessen eine Klasse für sich. Ebenso die imposanten 588 Ringe von Dr. Nikola Bitsch im 300 Meter Liegendkampf. Ronny Hechler trug sich in der Herrenklasse Zimmerstutzen in die Siegerliste ein.

Drei Siege für den Odenwaldkreis und zwei Erfolge für den Schützenkreis Bergstraße lautet die Bilanz bei den kleinkalibrigen Pistolenwettbewerben wie auch der Luftpistole. Nachwuchsas Max Wiedemann (SV Hüttenthal) entschied den Einzelwettbewerb mit der KK Sportpistole für sich und der KKSV Bad König gewann das Teamclassement KK Sportpistole Auflage. Andreas Fix (SV Falken-Gesäß) war der Sieger in der Luftpistolen-Herrenklasse I. Die bergsträßer Farben wurden in der Luftpistole vom SV Hassia Fürth erfolgreich vertreten. Der Mannschaftssieg der Herren Altersklasse und in dieser Altersgruppe für Jürgen Kilian gingen ins Weschnitztal.

Drei Siege hatte der SSV Viernheim im Flintenwettbewerb zu verzeichnen. Die Herren-Mannschaft gewann Flinte Doppeltrap, Andreas und Lukas Ullmer waren wiederum in Einzelwettbewerben erfolgreich. Wie bei den Wurfscheibenschützen sind auch bei den Armbrust-Teilnehmern die Hessen-Titel auf die Bergstraße konzentriert. Drei Mal gingen sie nach Trösel. Neben Rüdiger Reinsch und Uwe Gunkel durfte auch das Herren-Team mit tollen 1134 Ringen eine Goldmedaille feiern und von der hessischen Spitze winken. Reiner Bär und Thorben Reinig mit hervorragenden 386 Ringen durften auch den SV Hassia Fürth jubeln lassen.

Last but not least setzte der SSV Viernheim in den Vorderlader-Meisterschaften mit sechs Siegen ein imponierendes Ausrufezeichen. Die Flintenwettbewerbe wurden von Hans-Jürgen Obernauer und vom Team Viernheim I entschieden. Bei der Steinschlossflinte siegte Jürgen Köhler sowie das Viernheimer Team und mit der Perkussionspistole Sven Bieganski.

Zahlreiche zweite und dritte Plätze sowie knapp verpasste Medaillenränge durch bergsträßer und odenwälder Schützen rundeten die Erfolgsbilanz der beiden Schützenkreise ab. Die beiden Kreissportleiter Gerd Delp (Bergstraße) und Berti Scheuermann (Odenwald) können sehr zufrieden sein und künftig in einem Bezirk ihre gute Zusammenarbeit fortsetzen.

Medaillengewinner Gaumeisterschaften