Eine großartige schauspielerische Leistung tolle Mimik der Akteure, ein fantastisches Bühnenbild begeisterte die Besucher. Foto: vn

Eine großartige schauspielerische Leistung tolle Mimik der Akteure, ein fantastisches Bühnenbild begeisterte die Besucher.
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Die Spielschar besteht schon seit Jahren aus engagierten Laienschauspieler/innen und Sänger/innen. Foto: vn

Die Spielschar besteht schon seit Jahren aus engagierten Laienschauspieler/innen und Sänger/innen.
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Musikalisch umrahmt und begleitet wurden die Darbietungen von den Starkenburg Philharmonikern.  Foto: vn

Musikalisch umrahmt und begleitet wurden die Darbietungen von den Starkenburg Philharmonikern.
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Der Apostel-Pfarrgarten war bestens gefüllt. Foto: vn

Der Apostel-Pfarrgarten war bestens gefüllt.
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Viernheim (rhg) – Der Förderverein St. Aposteln hat die Operette „Orpheus in der Unterwelt“ dreimal an Pfingsten (23./24./25.5.2015) zusammen mit der Apostelspielschar und den Starkenburg Philharmonikern aufgeführt. Der außergewöhnliche Reiz des Open-Air-Pfingstfestivals lag wie in jedem Jahr in dem besonderen Ambiente des Apostel-Pfarrgartens. Die Spielschar besteht schon seit Jahren aus engagierten Laienschauspieler/innen und Sänger/innen, die das Stück mit Viernheimer Anekdoten der „Neuzeit“ angepasst hatten.

Eine großartige schauspielerische Leistung tolle Mimik der Akteure, ein fantastisches Bühnenbild und eine musikalische Gesamtleistung, die unter der Leitung von Günther Stegmüller nicht besser hätte sein können. Eine grandiose Interpretation und Inszenierung, die mit viel Beifall und viel Gelächter seitens des Publikums bestätigt wurde und durchaus auf jeder großen Bühne in Deutschland ebenfalls hätte aufgeführt werden können.

Operette „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach

Schon 1858 war die Operette „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach eine Persiflage der griechischen Sage von Orpheus und Eurydike und karikierte gleichzeitig die Doppelmoral der besseren Gesellschaft. Der Viernheimer Apostelspielschar unter der Regie von Birgit Käser ist es gelungen, diese Sage nicht nur in die heutige Zeit, sondern auch auf die heutige griechische Politik und das Viernheimer Lokalgeschehen zu übertragen. Eine gelungene Aufführung, die das Publikum mit viel Beifall quittierte und die Aufführung wieder zu einem gelungenen und absolut abwechslungsreichen Höhepunkt in der Reihe aller aufgeführten Stücke der Apostelspielschar führte.

Es waren gerade die vielen neuen Textpassagen, die extra umgeschrieben wurden, sich deshalb nicht streng an die Reihenfolge der Originaltexte, Musik und Gesänge hielten sowie auch die aktuellen Situationen, welche in das Geschehen auf der Bühne mit einbezogen wurden, um damit der Gesellschaft von heute ebenfalls wieder den berühmten Spiegel vorzuhalten, welche diese Aufführung so ausgezeichnet haben. Das alles ist der Regie auf einmalige Art und Weise gelungen.

Einzigartig spielten die Hauptakteure Orpheus (Clemens Knapp) und Eurydike (Eva Maria Renner) ihre Rollen, überzeugten – wie alle anderen Akteure auch – mit ihrer Mimik und Gestik und brauchen sich wahrlich nicht vor den großen Schauspielern auf den Bühnen zu verstecken. Hier erlebten die Zuschauer „Theater live“. Ein großes Lob auch für Maren Mai (Aristeus/Pluto), die erst rund vier Wochen vor der Aufführung die Rolle übernahm, da der vorgesehene Spieler aus beruflichen Gründen kurzfristig absagen und sie in dieser noch verbliebenen Zeit die Rolle komplett einstudieren musste. Eine grandiose Leistung und eine für sie wie auf den Leib geschnittene Rolle.

Dass die öffentliche Meinung immer eine wichtige Rolle spielt, das war früher schon so und ist auch heute nicht anders. Der Regisseurin und gleichzeitig auch „Minerva“, die Göttin der Weisheit (Birgit Käser) ist es gelungen mit Stephanie Käser und Gerlinde Schmitt-Helfferich zwei Darstellerinnen zu finden, die diese Rolle perfekt mimen konnten und mit ihrer Darstellung von Beginn an das Publikum in ihren Bann zogen.

Neues aus Viernheim

Glänzen in seiner Rolle konnte auch wieder Martin Ringhof, der diesmal in seiner „angeheiterten“ Rolle das Faktotum von Pluto verkörperte. Eine Darstellung, die er in der Vergangenheit auch schon in anderen Stücken hervorragend verkörperte und für die es sehr viel schauspielerisches Können abverlangt, wenn der Funke Humor auf das Publikum überspringen soll.

Aus der Antike in die Neuzeit, so kann man das nennen, was sich die Apostelspielschar in ihren Texten so ausgedacht hat. So durften Drohungen gegen Orpheus mit entsprechenden Hinweisen auf Facebook genauso wenig fehlen wie der Vergleich des Durcheinander im Olymp, „hier geht es zu wie im griechischen Parlament“ oder die Aktion der Ahornbäumchen in Viernheim, an denen sich der Götterbote Merkur verletzte und deshalb diese nun beseitigt sind. Auch Neuigkeiten aus dem „Viernheimer Tageblatt“ wurden verlesen – geschrieben von „EM“. Und dieses Kürzel steht für „Expressgut Merkur“.

Mit spritzigen Can-Can-Tänzerinnen, einem hervorragenden Bühnenbild und einer Musikinszenierung, deren Qualität das Viernheimer Publikum schon von vielen anderen Gelegenheiten kennt, ging auch in diesem Jahr wieder ein musikalisches Pfingsten zu Ende und weckte gleichzeitig die Neugierde, was wohl im nächsten Jahr an Pfingsten bei der Apostelspielschar auf dem Programm stehen wird. Doch darüber wurde noch nichts verraten.

Bewährte musikalische Begleitung durch die Starkenburg Philharmoniker

Musikalisch umrahmt und begleitet wurden die Darbietungen von den Starkenburg Philharmonikern. Günther Stegmüller leitete die Starkenburg-Philharmoniker, die dank der Unterstützung der Sparkassenstiftung erneut engagiert werden konnten. Und nicht zu vergessen ist die „weltbeste Souffleuse“ Maria Gröpl.

Der Erlös der Veranstaltung fließt wie in den vergangenen Jahren in die Kassen des Fördervereins zur Renovierung der Apostelkirche.

Die Darsteller

Markus Busalt (Jupiter, Göttervater), Clemens Knapp (Orpheus), Eva Maria Renner (Eurydice), Maren Mai (Aristeus/Pluto, Gott der Unterwelt), Stephanie Käser und Gerlinde Schmitt-Helfferich (Öffentliche Meinung), Rebecca Käser (Cupido, Gott der Liebe), Elisabeth Renner (Venus, Göttin der Liebe), Edith Kempf (Diana, Göttin der Jagd), Engelbert Renner (Merkur, Götterbote), Martin Ringhof (Hans Styx, Plutos Faktotum), Sigrid Haas (Juno, Jupiters Frau), Matthias Fieseler (Mars, Gott des Krieges), Birgit Käser (Minerva, Göttin der Weisheit).

Götter und Göttinnen des Olymps und der Unterwelt

Eva Gutperle (Luna, Göttin des Mondes), Michael Haas (Neptun, Gott des Meeres), Veronika Käser (Moneta, Göttin des Geldes), Lotte Minich (Fortuna, Göttin des Glücks), Lena Minich (Flora, Göttin der Blumen), Stefan Minich (Aesculap, Gott der Heilkunst),  Karl Ott (Morpheus, Gott des Schlafes), Lena Thoms (Pomona, Göttin des Obstes), Sylvia Thoms (Aurora, Göttin der Morgenröt), Andrea Werle (Ceres, Göttin der Fruchtbarkeit), Richard Werle (Bacchus, Gott des Weines), Katharina Haas, Hannah Lenz und Monika Martin (Furien, Göttinnen der Rache).

Mitwirkende

Can-Can-Tänzerinnen: Hannah Käser, Emilia Kempf, Tina Kempf, Beate Sykora, Souffleuse (Göttin der Sonne): Maria Gröpl, Kostüme: Andrea Werle und Birgit Käser, Garderobiere: Elke Roschauer, Maske + Frisuren: Gisela Gutperle, Dagmar Knapp und Marion Zöller. Organisation und Bühne: Michael Haas, Bühnenbild: Beate Sykora und Michael Haas, Beleuchtung: Licht+ Ton-Verleih Ost, Beschallung: Adler Veranstaltungstechnik.

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