„Frei Leben – Ohne Gewalt“ – „Free living – without violence“ – „Vivre libre – sans violence“

Foto: vn archiv

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Viernheim (sid) – Terre des Femmes entwickelte 2001 zum internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ die Fahnenaktion. Ziel ist es neben Infoständen durch die Fahnen noch mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.

Die Stadt Viernheim, vertreten durch Bürgermeister Matthias Baaß und 1. Stadtrat Jens Bolze sowie weitere Mitglieder des Magistrats und ParlamentarierInnen und selbstverständlich durch die Frauenbeauftragte Frau Rita Walraven-Bernau sind aus diesem Anlass anwesend. Weitere städtische MitarbeiterInnen, KollegInnen des Lernmobils, Mitglieder des Deutschen Gewerkschaftsbundes sowie Kolleginnen des Familienbildungswerkes, Mitglieder des Internationalen FrauenCafés und der Polizei unterstützen diese wichtige Aktion. Viernheim wird auch in diesem Jahr die Fahne hissen.

Mädchen schützen! Genitalverstümmelung gemeinsam überwinden

Wir möchten die diesjährige Fahnenaktion nutzen, um auf unsere Forderungen zur Prävention und der Hilfe für Betroffene von Weiblicher Genitalverstümmelung hinzuweisen.
Weibliche Genitalverstümmelung bezeichnet eine schwere Menschenrechts-verletzung, bei der Teile des weiblichen Genitals abgeschnitten oder verletzt werden. Diese Praxis stellt damit einen Verstoß gegen das Recht auf körperliche und psychische Unversehrtheit dar. Zudem verstößt sie gegen die Kinderrechte gemäß der Kinderrechtskonvention und gilt somit als Kindesmisshandlung. Angaben von UNICEF (2016) zufolge sind weltweit mehr als 200 Millionen Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Tatsächlich dürften es eher doppelt so viele sein, denn bisher gibt es nur für den Subsahara- raum, Ägypten und Irak umfassende Studien. Dabei weiß man heute, dass auch im Nahen und Mittleren Osten sowie in Südostasien Mädchen und Frauen genitalverstümmelt werden.

Genitalverstümmelung betrifft Mädchen und Frauen weltweit

  • Weltweit sind mindestens 200 Millionen Mädchen und Frauen betroffen (UNICEF 2016).
  • Jedes Jahr werden erneut etwa drei Millionen Mädchen und junge Frauen Opfer dieser Praktik: das sind 8.000 jeden Tag. Alle 11 Sekunden wird ein Mädchen oder eine junge Frau an ihren Genitalien verstümmelt.
  • In Deutschland sind mehr als 58.000 Mädchen und Frauen von Genitalverstümmelung betroffen und mindestens 13.000 Mädchen gefährdet (TDF-Dunkelziffer 2017).

Die Forderungen:

  • Aufnahme von weiblicher Genitalverstümmelung in verpflichtende Aus- und Weiterbildung für relevantes Fachpersonal aus medizinischen, pädagogischen, sozialen, juristischen Berufsfeldern und für Angestellte der Kinder- und Jugendhilfe
  • Bundesweit, flächendeckend und ausreichend spezialisierte Beratungsstellen und psychosoziale Hilfsangebote für Betroffene und Gefährdete, insbesondere für Minderjährige und deren besondere Bedürfnisse
  • Kultur- und Sprachmittlerinnen müssen in die Beratungsangebote integriert sein
  • Verpflichtende U-Untersuchungen für alle Kinder, die auch die Genitalien umfassen