Stadtumbauprozess in der Viernheimer Weststadt soll gesellschaftlichen und wirtschaftsstrukutrellen Veränderungen Rechnung tragen

Grafik: © Stadt Viernheim

Grafik: © Stadt Viernheim

Viernheim (sid) – Das Förderprogramm des Landes „Stadtumbau in Hessen“ bietet neue Chancen für die Viernheimer Weststadt. Dabei geht es konkret um die bauliche Anpassung der Stadt- und Siedlungsstrukturen an die Herausforderungen des demografischen und wirtschaftsstrukturellen Wandels sowie an die Anforderungen von Klimaanpassung und Klimaschutz.

Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung einschließlich Quartiersrundgang gehen offizielle Vertreter der neugebildeten „Lokalen Partnerschaft“ zusammen mit betroffenen und interessierten Bürgern diese Projekt an: am Samstag, 25. März, von 10.00 bis 13.00 Uhr. Ziel dieses Bürgerbeteiligungsprozesses ist die Erarbeitung eines Handlungskonzeptes für ein bestimmtes Teilgebiet der Weststadt. Auch alle betroffenen und interessierten Bürgerinnen und Bürger dieses Quartiers sind hierzu herzlich eingeladen.

Der Magistrat hat in seiner letzten Sitzung die Einrichtung einer sogenannten „Lokalen Partnerschaft“ beschlossen, der Vertreter aus Verwaltung, Bauausschuss, Schulen, Kirchengemeinden, Stadtwerke, Ausländerbeirat, Geschäftsinhaber und andere wichtige Akteure angehören sollen. Gemäß den Richtlinien des Landes Hessen zur Förderung der nachhaltigen Stadtentwicklung (RiLiSE) ist es notwendig, spätestens ein Jahr nach der Aufnahme in das Förderprogramm „Stadtumbau Hessen“ eine Steuerungsstruktur aufzubauen. Hierzu zählt die Einrichtung einer Lokalen Partnerschaft, diese versteht sich als Begleitstruktur, die regelmäßig zusammenkommen wird und am Stadtumbauprozess beratend und initiierend mitwirkt.

Bekanntlich ist im vergangenen Jahr das Gebiet zwischen Innenstadt und Bürgerhaus, Friedrich-Fröbel-Schule und Tivolipark als Stadtumbaugebiet in das Bund-Länder-Programm „Stadtumbau in Hessen“ aufgenommen worden. Ziel ist es, die dortigen Stadt- und Siedlungsstrukturen den Herausforderungen des demografischen und wirtschaftsstrukturellen Wandels anzupassen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Klimaschutz.

Nach Mitteilung von Erstem Stadtrat Jens Bolze startete das Planungsbüro MVV Regioplan bereits Anfang diesen Jahres mit der Erstellung eines integrierten Handlungskonzeptes „Weststadt“, das neben einer Bestandsanalyse die Erarbeitung eines Leitbildes und Maßnahmenkonzeptes zur Erreichung der Stadtumbauziele zum Inhalt hat. Mit Blick auf Extremwetterereignisse wie Hitzesommer und Starkregen besteht in der Viernheimer Weststadt akuter Handlungsbedarf, der jedoch nicht nur die öffentlichen Straßen und Platzanlagen im Quartier betrifft. Grundsätzlich kann jede und jeder einen aktiven Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung der Weststadt leisten – auch mit privaten Maßnahmen. Um sachgerechte Ideen zu sammeln und Lösungen zu entwickeln und diese im Handlungskonzept zu verankern, werden die betroffene Bürgerschaft und die lokalen Akteure von Anfang an in den fachlichen Prozess einbezogen.

„Wichtigste Voraussetzung für Akzeptanz und Engagement bei der späteren Maßnahmenumsetzung ist es, neben den lokalen Akteuren auch die betroffenen und interessierten Bürger miteinzubeziehen“, betont der Baudezernent. Und weiter: „Der Bürgerbeteiligungsprozess bietet allen die Möglichkeit, auf das Handlungskonzept für die Viernheimer Weststadt Einfluss zu nehmen oder sich darüber zu informieren!“

Die Weststadt Viernheims ist aus dörflichen, engen Strukturen im Osten der zentralen Verkehrsachse „Am Königsacker/Kreuzstraße“ gewachsen und wird geprägt vom Übergang zur Stadterweiterung im Westen mit Punkthochhäusern und Geschosswohnungsbauten der 60er und 70er Jahre. Die Probleme der Weststadt bergen zugleich Entwicklungschancen: So bieten beispielsweise die überdimensionierten Straßenräume um den zentralen Kurpfalzplatz Gestaltungsspielräume für eine grüne Verbindung vom Kurpfalzplatz über die Friedrich-Fröbel-Schule bis zum Tivolipark. Effekte der Stadtbegrünung wie die natürliche Regenwasserspeicherung  und -versickerung oder die Verbesserung des Stadtklimas durch Luftkühlung bzw. -befeuchtung würden dadurch mit einer positiven Wirkung auf das Wohn- und Arbeitsumfeld und auf die Lebensqualität im Quartier kombiniert. „Der Stärkung von grüner und blauer Infrastruktur kommt der städtebaulichen Entwicklung der Weststadt eine besondere Bedeutung zu“, so Bolze.

Die Auftaktveranstaltung findet am Samstag, 25. März 2017, von 10.00 bis 13.00 Uhr statt. Gemeinsamer Treffpunkt ist im Gebäude der Baugenossenschaft Viernheim eG (Mozartstraße 15). Erster Stadtrat Bolze würde sich freuen, möglichst viele interessierte Bürgerinnen und Bürger begrüßen zu können. Nach der thematischen Einführung ist ein Quartiersrundgang mit folgenden Stationen vorgesehen: Tivolipark, Beethovenstraße (Beispiel einer privaten Versickerungsanlage), Kurpfalzplatz / Bürgerhaus, Kreuzungsbereich Saarlandstraße / „Am Königsacker“ / Karl-Marx-Straße / Kreuzstraße und Muldungsversickerung im Straßenraum „Am Königsacker“ Danach besteht ausreichen Zeit zur Diskussion und Sammlung von hoffentlich möglichst vielen Lösungsideen, heißt es in einer Pressemitteilung der städtischen Presse- und Informationsstelle.

Nähre Informationen siehe www.viernheim.de: Bürgerbeteiligung / Lokale Partnerschaft.

Kontakt: Stadt Viernheim – Amt für Stadtentwicklung und Umweltplanung, Petra Wagner, Tel. 06204  988-296, E-Mail: pwagner@viernheim.de