Die Besucherinnen kommen aus aller Welt in die Weinheimer Straße 44. Foto: Caritasverband Darmstadt

Die Besucherinnen kommen aus aller Welt in die Weinheimer Straße 44.
Foto: Caritasverband Darmstadt

Viernheim (cb) – Immer donnerstags ab 9.30 Uhr platzt das Bistro im Familienbildungswerk Viernheim aus allen Nähten. Während sich in der Spieleecke um die 20 Kinder mit Autogarage, Bauklötzen oder Bilderbüchern tummeln, sitzen ihre Mamas entspannt am Tisch und haben einmal Zeit, in Ruhe Kaffee und Frühstück zu genießen. Negasi M. ist mit ihrer einjährigen Tochter gekommen, ihren dreijährigen Sohn hat sie zuvor in den Kindergarten gebracht. Seit 2004 lebt die aus Eritrea stammende Frau in Deutschland. Den Müttertreff besucht sie seit fast zwei Jahren. „Ich freu mich immer auf diesen Vormittag“, erzählt die 29-Jährige. Meine Tochter ist hier in besten Händen und ich habe Zeit für mich. Das genieße ich sehr. Der Donnerstag ist für mich ein wichtiger Termin.“ Durch den Treff hat sie sich schon mit anderen Müttern angefreundet, mit denen sie sich auch an anderen Tagen trifft.

Die Besucherinnen kommen aus aller Welt in die Viernheimer Straße 44. Hier treffen sich Frauen aus Deutschland, Italien, Syrien, Bulgarien, Kroatien und der Türkei, aus arabischen und afrikanischen Ländern, aus China und den USA.

Vor drei Jahren wurde dieses niederschwellige kostenlose Angebot vom Caritasverband Darmstadt in Kooperation mit dem Familienbildungswerk Viernheim eröffnet. Manche Frauen sind schon von Anfang an dabei, andere kommen immer wieder neu hinzu, so auch einige Frauen aus der Flüchtlingsunterkunft „Rhein-Neckar-Hotel“. „Es ist wichtig, dass die Frauen schnell integriert werden. Sie erleben erste Einblicke, wie das Leben hier abläuft. Sie erhalten bei einer Tasse Kaffee viele Tipps und kommen mit anderen ganz ungezwungen ins Gespräch“, erzählt Caritasmitarbeiterin Angelika Oberheim. Sie organisiert den Treff gemeinsam mit Elisabeth Haas und Anne Knapp vom Familienbildungswerk. Die drei stehen den Frauen mit Rat und Tat für alle Fragen zur Verfügung, die beim gemeinsamen Frühstück „auf den Tisch kommen“. Den Kopf haben die Mütter an dem Morgen frei, denn die Erzieherin Steffi Bradt-Martin sorgt in der Spieleecke für die Unterhaltung der kleinen Gäste. Trotz großem Gewimmel auf dem Boden behält sie den Überblick und bewahrt die Ruhe, gleich wie viele kleine Münder auf sie einreden.

Die deutsche Karin F. kommt seit drei Jahren zum Treff. Sie hatte durch das Frühförderprogramm Opstapje vom Familienbildungswerk von dem Café erfahren. Seit einem Jahr ist auch ihre 70-jährige Mutter dabei. Trotz hohem Geräuschpegel fühlt auch sie sich hier wohl. Mutter und Tochter genießen die Geselligkeit, den Kontakt und den Austausch mit den anderen Frauen. „Jede hilft hier jeder“, so Karin Fatow, „das ist hier wirklich etwas Besonderes, wie in einer Familie.“

Sprachbarrieren spielen beim Müttercafé keine Rolle, denn es wird  auch von vielen Müttern besucht wird, die bereits länger in Deutschland leben und schon gut deutsch können. „Diese Frauen können für uns gut in ihre Muttersprache übersetzen, deshalb lassen sich viele Themen unkompliziert besprechen und die Frauen, die unsere Sprache noch nicht oder nur wenig sprechen, bekommen ihre Anliegen von ihnen übersetzt“, so Angelika Oberheim, die auch über den Treff hinaus mit vielen Frauen in ihrer Funktion als Schwangerenberaterin und Netzwerk leben Mitarbeiterin in Kontakt steht.

Im Nebenraum des Bistros bieten drei ehrenamtlich Engagierte einen besonderen Service an. Sie helfen beim Lesen, Ausfüllen und Bearbeiten von Briefen, Formularen und Anträgen.  Auch bei anderen Problemen werden die Frauen nicht alleine gelassen. Sowohl der Caritasverband als auch das Familienbildungswerk bieten weitere Hilfeangebote an.

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