Im Einsatz für Flüchtende auf dem Mittelmeer: Dieser Fischkutter wurde eigens für Seenotzwecke umgebaut. Das Resultat: Allein 2016 konnten die Crews der Sea-Eye über 5.500 Menschen aus Seenot retten. Foto: dtd/Sea-Eye

Im Einsatz für Flüchtende auf dem Mittelmeer: Dieser Fischkutter wurde eigens für Seenotzwecke umgebaut. Das Resultat: Allein 2016 konnten die Crews der Sea-Eye über 5.500 Menschen aus Seenot retten.
Foto: dtd/Sea-Eye

(dtd). Darf man tatenlos zusehen, wenn tagtäglich flüchtende Menschen auf dem Mittelmeer ums Leben kommen? Für den Regensburger Michael Buschheuer – und nicht nur für ihn – ist die Antwort klar: „Menschen ertrinken zu lassen, bedeutet moralisches Versagen und ist durch nichts zu rechtfertigen“, macht der Unternehmer klar. Aufgerüttelt durch Medienberichte, beschloss er mit einem Kreis von Freunden und Bekannten im Herbst 2015, selbst aktiv zu werden. Gesagt, getan: Über 5.500 Menschen konnte die private Initiative Sea-Eye seit ihrem Start aus Lebensgefahr retten.

Im Dienst der Menschlichkeit

Die Initiative kaufte ein Schiff, einen alten Fischkutter, und rüstete ihn zum Zweck der Seenotrettung um. Das Schiff, inzwischen auf den Namen Sea-Eye getauft, patrouilliert im Mittelmeer. Im Seengebiet vor der Küste Libyens hält das Schiff laufend Ausschau nach seeuntüchtigen überfüllten Booten, die zu kentern drohen. Die Menschen werden mit Rettungswesten und Wasser versorgt, die Boote mittels Rettungsinseln entlastet. Schwerverletzte können an Bord der Sea-Eye in einer Krankenstation versorgt werden. Gleichzeitig wird ein SOS-Notruf an die „Seenotleitstelle Mittelmeer“ in Rom abgesetzt. Nach internationalem Seerecht sind alle Schiffe, die sich in der Nähe befinden, verpflichtet, Schiffbrüchige aufzunehmen. Der Erfolg der deutschen Helfer: Allein im Jahr 2016 konnten die Crews der Sea-Eye 5.568 Menschen aus Seenot retten.

Helfer arbeiten kostenlos mit

Die Initiative ist inzwischen auf rund 500 Menschen aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland angewachsen. Sie arbeiten ohne Bezahlung mit, verzichten auf Freizeit und Urlaub. Dennoch ist die Initiative auf Spenden angewiesen – alleine schon, um die Sachkosten aufzubringen. Rund 500.000 Euro werden benötigt, um Diesel, Flüge, Unterkunft, Rettungsmaterialien, Verpflegung, medizinisches Gerät, Elektronik und Co. bezahlen zu können. Jede Hilfe wirkt und kommt direkt der Seenotrettung auf dem Mittelmeer zugute. Unter www.sea-eye.org gibt es ausführliche Informationen, Spendenkonten und weitere Möglichkeiten, sich selbst aktiv an dieser Mission der Menschlichkeit zu beteiligen.