Olympiasieger vom SV Rai-Breitenbach ist auch 2017 top – Zwei weitere Deutsche führen die aktuelle ISSF-Weltrangliste an

(Wolfgang Feustel) – Erfolge zu erzwingen ist schwer, diese zu bestätigen umso mehr. Diese alte Binsenweisheit gilt für alle Sportler, insbesondere für die Schützen, die sich regelmäßig mit Konkurrenten auseinandersetzen müssen, die stets nur einen Wimpernschlag von ihnen um den Sieg bei den diversen Wettbewerben kämpfen. Umso erfreulicher, wenn gleich zwei Repräsentanten aus dem Hessischen Schützenverband nach ihren Olympiasiegen 2016 in Rio de Janeiro in diesem Jahr die Weltrangliste des Weltverbands ISSF anführen. Dieses Kunststück gelang neben Christian Reitz vom SV Kriftel auch Henri Junghänel, dessen Stammverein der SV Rai-Breitenbach im Odenwald ist. Dritte im Bunde der Weltranglistenführenden ist die erst 23 Jahre alte Jolyn Beer aus Hannover.

Jolyn Beer verdiente sich ihre Führung mit dem Sportgewehr 50 Meter insbesondere durch ihren dritten Platz bei den diesjährigen Europameisterschaften in Baku mit 578 Ringen im Vorkampf und 444,5 Ringen im Finale, ihren dritten Platz beim Weltcup in München mit 586 Ringen im Vorkampf und 444,6 Ringen im Finale und beim Weltcup-Finale in Neu Dehli mit ihrem Sieg mit 589 Ringen im Vorkampf und 459,9 Ringen im Finale.

Christian Reitz vom Bundesligisten SV Kriftel ist hierzulande längst kein Unbekannter mehr und ist mit reichlich Titeln ausgestattet. Nicht nur bei den Deutschen Meisterschaften stellte der erfolgreiche Pistolenschütze, der in dieser Waffenart mit seinem Olympiasieg eine lange deutsche Durststrecke beendete, sein Können unter Beweis. Bei den Europameisterschaften in Baku erreichte er mit 589 Ringen im Vorkampf und 24 Treffern im Finale die Bronzemedaille. Rang Drei gelang ihm auch beim Weltcup in München mit 586 Ringen im Vorkampf und 25 Treffern im Finale. Beim Weltcup in Gabala (Aserbaidschan) legte Reitz gar 590 Ringe vor, führte das Feld an und erreichte mit 35 Treffern und damit eingestelltem Weltrekord den Sieg. Dies war seine seine 22. Gesamtweltcup-Medaille. Obwohl es beim Weltcupfinale in New Delhi mit Rang Sechs dann nicht ganz so gut lief, steht er am Ende mit einem ersten Platz im Welt-Ranking der Schnellfeuerpistolen an der Welt-Spitze in dieser Disziplin.

Groß Freude herrscht vor allem im neugegründeten Schützenbezirk Starkenburg und beim Schützenverein Rai-Breitenbach über die Führung im Weltcup des Liegendkampfes von Henri Junghänel. Über ein Jahr, seit seinem Olympiasieg in Rio, hat Henri Junghänel keinen Wettkampf mehr bestritten. Doch er kann es noch: In seiner Spezialdisziplin Liegendkampf gewann er beim Weltcupfinale in Neu Delhi (Indien) Silber. 626,2 Ringe hatte Junghänel vorgelegt und nach 250,1 Ringen konnte er von Torben Grimmel nur bezwungen werden, weil der Däne mit 250,6 einen neuen Weltrekord aufstellte. Die Führung aus dem Olympiajahr 2016 und Dieses Ergebnis waren maßgeblich dafür, dass er am Ende des Jahres mit der Spitzenposition in der Weltrangliste belohnt wird. Schon jetzt steht fest, dass der Rai-Breitenbacher seinen Olympiatitel in Tokio 2020 nicht verteidigen kann, weil seine Disziplin aus dem Olympiaprogramm gestrichen wurde. Dennoch hoffen die Schützenfreunde hierzulande auf weitere Großtaten ihre sympathischen und besonnenen Aushängeschilds.