Bürgermeister Wolfgang Erichson, Geschäftsführer Reiner Greulich, Alexander Neuholz, Emma Maestrali, Frederic Maestrali, Kai Buntrock, Leitender Kriminaldirektor Siegfried Kollmar (von links) Foto: Sicheres Heidelberg e.V.

Bürgermeister Wolfgang Erichson, Geschäftsführer Reiner Greulich, Alexander Neuholz, Emma Maestrali, Frederic Maestrali, Kai Buntrock, Leitender Kriminaldirektor Siegfried Kollmar (von links)
Foto: Sicheres Heidelberg e.V.

Heidelberg (ots) – Für ihr aufmerksames und couragiertes Verhalten wurden die 17-jährige Emma MAESTRALI, ihr 50-jähriger Vater Frederic MAESTRALI, der 24-jährige Alexander NEUHOLZ und der 43-jährige Kai BUNTROCK (alle aus Heidelberg) im Rahmen der Kampagne „Beistehen statt rumstehen“ geehrt. Bürgermeister Wolfgang Erichson, Leitender Kriminaldirektor Siegfried Kollmar vom Polizeipräsidium Mannheim – Kriminalpolizeidirektion Heidelberg, sowie Reiner Greulich, Geschäftsführer des Vereins Sicheres Heidelberg e.V. nahmen die Ehrung vor.

Was war geschehen? Die Helfer hatten am Morgen des 14. Mai 2017 in gemeinsamem Zusammenwirken einen Großbrand in der Heidelberger Hebelstraße verhindert, nachdem ein 42 Jahre alter Tatverdächtiger an insgesamt 13 Fahrzeugen eines großen Autohauses bereits Grillanzünder in Brand gesetzt hatte, um die Fahrzeuge anzuzünden. An weiteren sechs Fahrzeugen hatte er bereits Brandbeschleuniger bereit gelegt.

Herr Neuholz wurde auf die Tat aufmerksam und mobilisierte den Verkehrsteilnehmer Herrn Maestrali, darüber hinaus konnte Herr Neuholz eine gute Personenbeschreibung des Verdächtigen abgeben. Herr Maestrali löschte mit Hilfe seines Auto-Feuerlöschers mehrere Autoreifen, die bereits in Brand geraten waren. Währenddessen informierte seine Tochter Emma Maestrali die Polizei. Herr Buntrock war ebenfalls mit seinem Pkw unterwegs, als er auf die Rauchentwicklung aufmerksam wurde. Unter Zuhilfenahme eines Stocks konnte er an mehreren Fahrzeugen brennende Grillanzünder noch wegschieben, bevor die Flammen auf die Fahrzeuge übergreifen konnten.

An den betroffenen Fahrzeugen (größtenteils hochwertige Pkw) entstand dennoch erheblicher Sachschaden in einer Höhe von ca. 15.000 Euro. Durch das schnelle und umsichtige Einschreiten der Helfer konnte jedoch Schlimmeres verhindert wer-den. Der Tatverdächtige konnte durch die Personenbeschreibung noch in der Nähe von Polizeikräften festgenommen werden.

Für ihr zivilcouragiertes Handeln, das zur Verhinderung eines Großbrandes und damit verbundenen hohen Risiken für Anwohner, Einsatzkräfte und Sachwerten beigetragen hatte, gebührt den Helfern Dank und Anerkennung. Alle erhielten eine Dankesurkunde und ein Präsent vom Verein Sicheres Heidelberg e.V.

„Beistehen statt Rumstehen“

Die Kampagne der Präventionsvereine Sicheres Heidelberg (SicherHeid) e.V., Prävention Rhein-Neckar e.V. und Sicherheit in Mannheim (SiMa) e.V., richtet sich inhaltlich an der bundesweit propagierten Aktion TU WAS aus.

Die Auszeichnung in Form einer Urkunde und einem Präsent erhalten Menschen, die im Rhein-Neckar-Kreis, in Heidelberg oder in Mannheim couragiert handeln. Über die Veröffentlichung der guten Taten möchten die drei Präventionsvereine darauf hinwirken, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung in der Metropolregion positiv zu beeinflussen.

Aktion „TU WAS“

Das Ziel der Aktion TU WAS, eine “Initiative für mehr Zivilcourage” ist, innerhalb der Bevölkerung den Gedanken der Solidarität und des Helfens zu fördern. Oft wissen die Bürgerinnen und Bürger allerdings nicht, wie sie wirkungsvoll eingreifen können, ohne sich dabei selbst in Gefahr zu bringen. Deshalb hat die Polizei sechs praktische Regeln für mehr Sicherheit zusammengestellt, die jeder anwenden kann.

  • Ich helfe, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen.
  • Ich fordere andere aktiv und direkt zur Mithilfe auf.
  • Ich beobachte genau und präge mir Täter-Merkmale ein.
  • Ich organisiere Hilfe unter Notruf 110.
  • Ich kümmere mich um Opfer.
  • Ich stelle mich als Zeuge zur Verfügung.

Gefordert ist nicht Heldentum. Vielmehr genügen oft schon Kleinigkeiten, um eine große Wirkung zu erzeugen. Manchmal reicht es bereits, einen Täter aus der Distanz heraus anzusprechen, über Handy Hilfe zu organisieren oder weitere Passanten um Unterstützung zu bitten. Bürgerinnen und Bürger schreiten immer wieder couragiert und beherzt in brenzligen Situationen ein. Damit verhindern sie Schlimmeres oder tragen entscheidend dazu bei, eine Tat aufzuklären. Dies ist umso erfreulicher, da eine Haltung des Wegschauens den idealen Nährboden für Kriminalität bereitet. Deshalb müssen die Möglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger, Hilfe zu leisten, noch gezielter genutzt und die Bereitschaft dafür ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden. „Weggeschaut. Ignoriert. Gekniffen.“ – diese Einstellungen kann und darf niemand an den Tag legen. Die sechs praktischen Regeln sind auch in allen S-Bahnen und Zügen der Region und auf einem Linienbus der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH zu sehen. Dass man Zivilcourage auch lernen kann, zeigen die Präventionsvereine und die Polizei mit dem Angebot „Schnell weg – zwischen Panik und Gewissen“, einem dreistündigen Seminar für Erwachsene und Jugendliche ab 16.