Foto: Mirko Schöbel

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Weinheim (Ralf Mittelbach) – Immer wieder kommt es vor, dass Tiere in Notlagen geraten. Der bei den Bürgern schon als Klassiker bekannte „Katzen“ Einsatz kommt gar nicht so oft vor, wie man vermutet. Alle Tiere können in missliche Lagen geraten, bei denen nicht nur medizinische, sondern auch technische Hilfe erforderlich wird. Eher selten, aber doch immer mal wieder, werden die Feuerwehren auch zu großen Tieren wie Pferden oder Kühen gerufen. Diese können in Gräben, Gruben, Schlammlöcher oder gar Swimming Pools stecken bleiben und sich nicht mehr selbst aus ihrer misslichen Lage befreien. Doch auch für die Feuerwehr ist die Rettung gar nicht so einfach, gerade wenn ein Pferd liegt.

Pferde bringen meist etwa 400 bis 800 kg Lebendgewicht auf die Waage. Wenn die Feuerwehr Weinheim bisher zu solchen Einsätzen ausrückte, musste improvisiert werden. Mit Bandschlingen, Gurten und Seilen wurde versucht, das Pferd zu entlasten, damit es selbstständig aufstehen konnte. Optimal war das nicht und so suchten die Feuerwehrangehörigen nach einer Lösung.

In diesem Zusammenhang wurde auch das Pferde-Rehazentrum Bertleinsbrücke in Weinheim auf die Feuerwehr aufmerksam. Daniela Frühauf und Ralf Michael, die die stationäre Reha für Pferde nach Stammer Kinetics anbieten und das Zentrum aufgebaut haben, kamen so mit Michael Puhl in Kontakt. Puhl ist staatlich geprüfter Hufschmied und Maschinenbauer. Er baute für das Rehazentrum einen speziellen Schwinglifter, der Pferde entlastet und hier erstmals in Kombination mit dem funktionellen Training auf dem Laufband verwendet wird. In diesem Zusammenhang erwähnte Puhl auch die Entwicklung einer rettungsplane für Pferde. Diese Hebeplane in Kombination mit einer Spezialtraverse ist als kurzfristige Aufstehhilfe für Pferde in Kliniken und im mobilen Einsatz gedacht. Das Pferd wird durch PM Hebeplane breitflächig unterstützt, und durch die variabel einstellbaren Brustgurte sowie das Hintergeschirr stabilisiert. Eine zur Plane gehörende Spezialtraverse sorgt dafür, dass das Pferd sicher in der Plane hängt und nicht gequetscht wird. Dadurch wird die Verletzungsgefahr beim Heben und erheblich reduziert und sorgt so für eine tiergerechte und schonende Rettung.

Um der Feuerwehr Weinheim zukünftig das Einsatzgerät, zur Verfügung zu stellen, organisierte das Pferde-Rehazentrum Bertleinsbrücke eine Spendenaktion. So konnte die Plane mit Traverse im Wert von 1200 Euro beschafft und übergeben werden. Bei der Übergabe war Michael Puhl selbst vor Ort und bildete die Feuerwehrangehörigen im Umgang der Hebeplane aus. Nachdem die Funktionsweise zunächst an einem Übungspferd demonstriert wurde, ging es dann auch in die Praxis. Für das damit schon erfahrene Pferd „Calypso“ von Michael Puhl ging es etwas in die Höhe. Zuvor hatte die Feuerwehr die Rettungsplane angelegt und mit dem Kran des Wechselladerfahrzeugs leicht angehoben. Calypso war zunächst etwas überrascht, ließ sich dann aber entspannt in der Plane hängen auch ohne Einsatz von Sedation, wie es bei einem richtigen Einsatz in Zusammenarbeit mit einem Tierarzt nötig gewesen wäre.

Zukünftig wird die Weinheimer Feuerwehr die Hebeplane mit der Spezialtraverse vorhalten und kann es auch schnell zu anderen Feuerwehren der Umgebung bringen. Vor Ort muss nicht unbedingt ein Kran zur Verfügung stehen. Man kann das Gerät auch an einen Traktor mit Frontlader einhängen. Für die Weinheimer Feuerwehr, die bereits 2012 durch die Einführung von Sauerstoffmasken als zweite Feuerwehr nach der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen auf sich aufmerksam machte, ist dies ein weiterer Schritt um die Rettungsmöglichkeiten für Tiere erneut zu verbessern.

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