Chronologie von den ersten gemeinsamen Treffen bis hin Gründungsversammlung am Freitag, den 1. September 2017 in Siedelsbrunn

Beim hessischen Schützentag präsentierten sich Stefan Spahl (ganz links), Florian Keil (Zweiter von rechts) und Hans-Joachim Bessert (ganz rechts) zusammen mit dem Liegendkampf-Olympiasieger Henri Junghänel (SV Rai-Breitenbach, Zweiter von links). In Zusammenarbeit mit den Ausschussmitgliedern und ihren Vorstandskollegen sind sie federführend für die Bildung des künftigen Schützenbezirks Starkenburg.  Foto: Wolfgang Feustel

Beim hessischen Schützentag präsentierten sich Stefan Spahl (ganz links), Florian Keil (Zweiter von rechts) und Hans-Joachim Bessert (ganz rechts) zusammen mit dem Liegendkampf-Olympiasieger Henri Junghänel (SV Rai-Breitenbach, Zweiter von links). In Zusammenarbeit mit den Ausschussmitgliedern und ihren Vorstandskollegen sind sie federführend für die Bildung des künftigen Schützenbezirks Starkenburg.
Foto: Wolfgang Feustel

Kreis Bergstraße / Odenwaldkreis (Wolfgang Feustel) – Es ist schon etwas Besonderes, wenn ein Projekt reibungs- und geräuschlos abläuft. Davon wissen diejenigen „ein Liedchen zu singen“, die von Berufs wegen, in der Politik oder wie im Zuge der Strukturreform des Hessischen Schützenverbands in der Welt des Sports damit betraut sind. Demographische Gründe waren ausschlaggebend dafür, dass der Landesvorstand unter der Führung des Präsidenten Hans-Heinrich von Schönfels zu dem Entschluss kam, eine organisatorische Reform auf den Weg zu bringen, die zum Ziel hat, den Hessischen Schützenverband mit seinen 46 Kreisen und zehn Gauen zu „verschlanken“ und damit kostentechnisch wie auch im sportlichen Bereich mehr Effizienz zu erzielen (wir berichteten). Der Landesverband gab den untergeordneten Organisationseinheiten die Aufgabe verbunden mit den Herausforderungen, aus verschiedenen Schützenkreisen eine Einheit zu formen. Nachdem die in der Geschichte des viertgrößten hessischen Sportverbands bis dato tiefgreifendste Entscheidung beim Landesschützentag in Waldmichelbach – Ausrichter war der SV Siedelsbrunn – gefällt war, konnte das Projekt im südlichsten Hessen in Angriff genommen werden. Schon bald kristallisierte sich ein Zusammenschluss der Schützenkreise Bergstraße und Odenwald heraus, der mit der Gründungsversammlung am 1. September 2017 mit der Bildung des Schützenbezirks Starkenburg seinen „Go Live“ erleben soll, wie es in der Projektsprache heißt.

Hinter jeder Umstrukturierung stehen Menschen, die in gemeinsamer Abstimmung „die Fäden in den Händen halten“ und so effizient und geräuschlos wie möglich ihre Aufgaben zu erfüllen haben, gerade wenn sie so einschneidend und umfänglich sind. In Lindenfels wurde am 9. Juni 2016 der Startschuss für eine Zusammenarbeit der Schützenkreise Bergstraße und Odenwald gesetzt. Dort wurden Florian Keil und Hans-Joachim Bessert (Odenwald) sowie Stefan Spahl (Bergstraße) als diejenigen auserkoren, die die Federführung in den folgenden Monaten innehaben sollten. Schon im Lindenfelser Schützenhaus im Buchwald war die positive Arbeitsatmosphäre zu spüren, die das Verhältnis der beiden Vorstandschaften prägen sollte. Am 4. Juli 2016 fand bereits das Folgetreffen der Kreisvorstände im Schützenhaus des SV Siedelsbrunn statt und dort wurden in voller „Mannstärke“ die wichtigsten Eckpunkte aus der Strukturreform besprochen sowie ein besseres Kennenlernen der Funktionsträger erreicht, die sich zuvor mehr oder weniger aus Veranstaltungen auf Gau- und Landesebene gekannt hatten.

Ein reger Kontaktaustausch auf allen Ebenen kennzeichnete die folgenden Wochen und Monate, ehe am 4. Oktober 2016 in den Räumlichkeiten des SV Hassia Fürth die nächste Zusammenkunft der beiden südhessischen Vorstandschaften stattfand. Beflügelt durch die hervorragenden Resultate der Deutschen Spitzenschützen bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, von denen sich der Rai-Breitenbacher Henri Junghänel in die Liste der Goldmedeaillengewinner eintrug, sowie die guten Resultate der heimischen Teilnehmer bei den deutschen Meisterschaften, sprühten die Sitzungsteilnehmer nur so vor Ideen und hauchten dem gemeinsamen Ziel weiteres Leben ein. Die federführende Crew mit Stefan Spahl, Florian Keil und Hans-Joachim Bessert berichtete über organisatorische Informationen und Beschlüsse des Hessischen Schützenverbands, die nach dem Waldmichelbacher Schützentag konzipiert und gefällt wurden. In sportlicher Hinsicht kam dabei deutlich zur Sprache, dass ab dem zweiten Halbjahr 2017 durch die Auflösung der Schützenkreise- und gaue keine Kreis- und Gaumeisterschaften mehr stattfinden werden und diese Wettbewerbe künftig durch Bezirksmeisterschaften ersetzt werden. Bei den Rundenwettkämpfen soll es unterhalb der unveränderten Hessenligen und den Oberligen Nord, West, Ost und Süd dann Bezirksligen geben, die im Ganzen als „Leistungssport-Einheit“ zu betrachten sind. Gleichzeitig legte der Landesverband den künftigen Bezirken nahe, die darunter liegenden Grundklassen in Eigenregie zu organisieren. Zudem galt es, im Finanzbereich die Voraussetzungen für die Auflösung der Kreiskassen und bei den künftigen Funktionsträgern die Aufgabenbeschreibung auf den Weg zu bringen. Die Rahmenbedingungen, über die in der Folgezeit gesprochen werden sollte, waren somit geschaffen. Das Wort sollten zunächst einmal die Vereine haben.

Die Führungsspitzen der beiden Kreise nahmen zwischenzeitlich an Sitzungen des Hessischen Schützenverbands teil und gaben aktuelle Informationen an ihre Vorstandskollegen weiter.

In getrennten Delegiertenversammlungen trafen sich die Schützenkreise Odenwald (am 7. Oktober 2016 in Wersau) und Schützenkreis Berstraße (am 10. November 2016 in Lampertheim) zu getrennten Sitzungen, wo die Kreisvorstände den teilnehmenden Vereinen die erfolgten Aktivitäten im Rahmen der Strukturreform erläuterten und betonten, dass diesen keine signifikanten Nachteile auf der Kostenseite entstehen sollten, da sich die Schützenkreise darauf geeinigt hatten, dass die Teams auf der Ebene der Grundklassen in ihren gewohnten Bereichen starten sollen und in den künftigen Bezirkligen – mit Ausnahme ganz neuer Aufrücker – gegenüber den bisherigen Gauligen zumindest kein höherer logistischer Aufwand ersichtlich sei. In sachlicher wie auch kameradschaftlicher Atmosphäre wurde mit klaren Mehrheiten die Zusammenführung der Schützenkreise Bergstraße und Odenwald in den künfigen Schützenbezirk beschlossen. Vereinen, die sich künftigen benachbarten Bezirken anschließen wollten, wurde diese Möglichkeit eingeräumt. Die Voraussetzung für eine noch konstruktivere Zusammenarbeit der Vorstände war geschaffen.

Am 30. November 2016 trafen sich die beiden Kreisvorstände in den Räumlichkeiten einer Mossautaler Brauerei. Diese Zusammenkunft wurde von Hans-Joachim Bessert organisiert. Nach einer interessanten Brauereiführung ging es darum, detaillierter über die künftige Aufgabenstellung und den weiteren Fahrplan ab dem Beginn des Jahres 2017 zu sprechen. Hierfür wurden die Ausschüsse Organisation, Sport, Finanzen, Jugend und Pressearbeit gebildet. Als zentrale Entscheidung einigten sich die Gremien auf die erstmalige gemeinsame Durchführung von Kreismeisterschaften mit getrennten Wertungen, vornehmlich im Bereich des Schützenkreises Bergstraße.

Die im Frühjahr 2017 ausgetragenen Meisterschaften, die über die 10-Meter-Wettbewerbe hinausgingen, starteten schon frühzeitig nach der Jahreswende und brachten unter der Leitung der Sportleiter Berti Scheuermann (Odenwald) und Gerd Delp (Bergstraße) den gewünschten Erfolg. Die Teilnehmer, von denen sich die höherklassig startenden ohnehin zumindest vom Sehen her kennen, boten überdurchschnittliche Leistungen und trugen dazu bei, dass ihre Kreise letztmals im Glanze erstrahlten. Dies kam in der Folgezeit bei den letzten Gau- und Landesmeisterschaften zum tragen, wo eine reichliche Titelsammlung erbeutet wurde.

Große Zufriedenheit herrschte deswegen auf der ersten gemeinsamen Delegiertenversammlung beim SV Siedelsbrunn. Unmittelbar vor der Landesdelegiertenversammlung in Usingen konnten die Kreisführungen am 22. März 2017 erste Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit präsentieren, nachdem die fünf Ausschüsse am 13. März 2017 am gleichen Ort ihren Vorständen über ihre berichtet hatten.

Bei der Landesdelegiertenversammlung vom 7. bis 9. April 2017 in der kleinen Taunusstadt Usingen konnten sich die Abordnungen der südlichsten hessischen Schützenkreise ein Bild von der Durchführung der Strukturreform machen und feststellen, dass sich der Hessische Schützenverband nach den Worten seines Präsidenten Hans-Heinrich von Schönfels als „modern, aufgeschlossen, zukunftsorientiert und traditionsbewusst“ präsentiert und damit konform mit den Vorstellung der hiesigen Kreisvorstände geht.

Am Karfreitag, den 14. April 2017 fand letztmals die Kreisehrung des Schützenkreises Bergstraße in Gorxheimertal-Unterflockenbach, wo noch einmal voller Stolz auf das Erreichte bei den letzten Bergsträßer Meisterschaften zurückgeblickt wurde und voller Zuversicht auf die künftigen Ereignisse im neuen Schützenbezirk Starkenburg vorausgeschaut wurde. Es liegt insbesondere der Vorstandschaft des Schützenkreises Bergstraße am Herzen, auch künftig die Titelträger des neuen Bezirks in dieser Atmosphäre zu ehren.

Voller Stolz wohnten die Repräsentaten der beiden Schützenkreise beim Deutschen Schützentag in Frankfurt am Main am 27. bis 30. April 2017 bei, als der Hessische Landespräsident Hans-Heinrich von Schönfels zum Präsidenten des Deutschen Schützenbundes gewählt wurde. Gewiss spielte hierbei neben seiner geleisteten Arbeit im Vorstand des Bundesverbandes auch die erfolgreiche Organisation und Durchführung der Strukturreform zusammen mit seinen Landesvorstandskollegen und den regionalen Unterorganisationen eine Rolle, da diese Reform auch bundesweit starke Beachtung fand und findet.

Ganz im Zeichen des Sports stand ein Treffen zur Abwicklung der künftigen Rundenwettkämpfe am 7. Juli 2017 im Schützenhaus des SV Hubertus Lampertheim, das ebenfalls rege besucht war. Neben dem Beschluss über die neue Ligaordnung wurden die Bezirksligen für die Rundenkämpfe der Kerndisziplinen Luftgewehr und Luftpistole in Abstimmung mit den jeweiligen Rundenwettkampfleitern (im Schützenkreis Bergstraße zeichnen Rolf Hegemann und Heinrich Buchner verantwortlich) gebildet. Die Rundenkämpfe werden schon im Herbst dieses Jahres beginnen. Die Sportleiter Gerd Delp und Berti Scheuermann konnten mit dem Erreichten im „Kerngeschäft“ Wettkämpfe und Meisterschaften zufrieden sein.

Ein letzter Feinschliff soll im Rahmen einer gemeinsamen Vorstandsitzung am kommenden Freitag, den 18. August 2017 in Lindenfels gemacht werden, ehe die Gründungsversammlung des Schützenbezirks Starkenburg am Freitag, den 1. September 2017 Abschluss und Höhepunkt der gemeinsamen Arbeit der Vorstände der Schützenkreise Bergstraße und Odenwald in Siedelsbrunn werden soll.

Der Fahrplan, die sogenannte „Roadmap“, um auf die Projektsprache zurückzukehren, wurde erwartungsgemäß Schritt für Schritt absolviert und alle Verantwortungsträger aus den beiden Kreisvorständen sehnen die Gründungsversammlung am Freitag, den 1. September 2017 um 19.30 Uhr in Waldmichelbach-Siedelsbrunn herbei. Dabei betonen sie, dass es nicht darum geht, ihre ehemaligen Schützenkreise zu Grabe zu tragen sondern für eine neue gemeinsame Zusammenarbeit neue Impulse für die südliche Speerspitze des Hessischen Schützenverbands im hessischen Teil der Metropolregion Rhein-Neckar zu setzen.