Florian Keil ist Bezirksschützenmeister – Gute Stimmung und guter Besuch in Siedelsbrunn

Kreis Bergstraße (Wolfgang Feustel) – Es ist vollbracht! Der Schützenbezirk 38 Starkenburg ist als südlichster Bezirk des Hessischen Schützenverbands gegründet worden und löst seit dem 1. September 2017 die beiden nun fusionierten Schützenkreise Bergstraße und Odenwald ab. Nachdem der Spitzensportler Aaron Sauter vom SV Falken-Gesäß mit seinen Nationalmannschaftskollegen Schnellfeuerpistole vor kurzem Europameister in Baku/Aserbaidschan geworden war und das Team des SSV Viernheim (Vorderlader Flinte), Eileen Schönherr (SV Haisterbach, Sommerbiathlon Juniorenklasse) sowie Janis Hofmann (SV Siedelsbrunn, Luftpistole Juniorenklasse) Silbermedaillen bei Deutschen Meisterschaften gewonnen hatten, war dies die ideale Steilvorlage für die Gründung des neuen Schützenbezirks, die von den erfolgreichen Sportlern gegeben wurde. Ähnlich souverän gaben sich dann auch die rund 60 Versammlungsteilnehmer, die sich im Dorfgemeinschaftshaus im Waldmichelbacher Ortsteil Siedelsbrunn trafen und aus ihren Reihen Florian Keil zum ersten Bezirksschützenmeister des Bezirks Starkenburg wählten.

Kreisschützenmeister Stefan Spahl, der zuletzt die Geschicke des Schützenkreises Bergstraße leitete, begrüßte die Delegierten aus den Schützenvereinen des Odenwaldkreises und von der Bergstraße sowie die Ehrengäste bei herrlichen Witterungsbedingungen im Dorfgemeinschaftshaus des Überwälder Ortes Siedelsbrunn. Als Repräsentanten der beiden Landkreise folgten die Kreisbeigeordnete Anni Resch (Odenwaldkreis) und ihren Amtskollegen Karsten Krug (Bergstraße), den Sportkreisvorsitzenden sowie den Sportkreisvorsitzenden Günter Bausewein (Bergstraße) und von der gastgebenden Gemeinde den Siedelsbrunner Ortsvorsteher Helmut Gremm. Dieser ergriff als erster Gastredner das Wort, nachdem Stefan Spahl den Programmablauf für den Abend erläutert hatte.

Helmut Gremm stellte die Gemeinde Siedelsbrunn vor und erklärte das Zustandekommen des Dorfgemeinschaftshauses, das in zahlreichen Arbeitsstunden durch örtliche Vereine und Gemeindemitglieder erstellt wurde und auch die Räumlichkeiten des Schützenvereins Siedelsbrunn beherbergt. Gremm kündigte an, dass im kommenden Jahr eine Erweiterung durch den gastgebenden Schützenverein ansteht, der zehn Stände mit zehn Metern Entfernung errichten wird. Eine traurige Nachricht war der Verlust des kürzlich verstorbenen Hans Scholz vom SV Siedelsbrunn, für den von der Versammlung eine Gedenkminute abgehalten wurde.

Grüße des hessischen Landtags und von den Kreis-Ausschüssen des Odenwaldkreises übermittelte Anni Resch, die bekannte, dass sie bis dato mit dem Schützenwesen nicht vertraut war, sich jedoch im Vorfeld eingehend mit der Strukturreform des Hessischen Schützenverbandes und insbesondere mit dem Zusammenschluss der beiden südlichesten Kreisverbände Hessens beschäftigte. „Die Beweggründe sind nachvollziehbar“, bekannte sie und begrüßte das Zusammenwachsen der beiden Kreise in diesem Bereich.

Der Bergsträßer Kreisbeigeordnete Karsten Krug schloss sich Anni Reschs Worten an und bezeichnete die Bezirksgründung als „Vorbildcharakter in der Verbandsstruktur“, die „ein Startschuss für gemeinsame Projekte der Landkreise auf anderer Ebene“ sein könnte. Er verband diesen Wunsch mit Grüßen des Landkreises.

Als Sportkreisvorsitzender der Bergstraße sieht Günter Bausewein das Ganze mit einem „lachenden und einem weinenden Auge“. Der Zusammenschluss sei eine gute Maßnahme, führe jedoch auch zum Verlust einer Fachschaft im Sportkreis. Deshalb wünscht sich Bausewein, dass ähnlich wie bei den Handballern, die sich auch in einem Bezirk zusammengeschlossen hatten, dass auch die Schützen eine bis zwei Personen zu den Sportkreistagungen berufen, um dem Sportkreis Bergstraße auch künftig einen starken Auftritt zu gewährleisten. „Der Wandel der Zeit geht an niemandem vorbei“, sagte Günter Bausewein abschließend.

Neben den umfangreichen Vorbereitungsarbeiten für die Bildung des Schützenbezirks Starkenburg (hierüber wurde ausführlich berichtet) gab es in den letzten Monaten nach den Worten von Florian Keil weitere Ereignisse von großer Bedeutung. Der Odenwälder Kreisschützenmeister sprach über gemeinsame Aktivitäten der beiden Schützenkreise, die im Landesschützentag in Usingen und kurz darauf beim Deutschen Schützentag in Frankfurt am Main ihren Höhepunkt fanden. Wichtige Beschlüsse im Zusammenhang mit der Strukturreform des Hessischen Schützenberbandes kennzeichneten die Delegiertenversammlung und die Vorstandsitzung beim Hessischen Schützentag im Taunusstädtchen Usingen. Für die Bergsträßer und die Odenwälder Seite waren die Ehrungen für den Liegendschießen-Olympiasieger Henri Junghänel (SV Rai-Breitenbach), der vom Hessischen Schützenverband die Ehrenmitgliedschaft verliehen bekam und Peter Merk (PSG Auerbach), der das große hessische Ehrenabzeichen bekam, von besonderer Bedeutung.

Der Deutsche Schützentag in Frankfurt stellte nach den Worten von Florian Keil für alle hessischen Schützen und auch für ihn und Stefan Spahl (beide nahmen als Delegierte an der dortigen Bundesdelegiertenversammlung teil) eine besondere Zäsur dar. Der Landesvorsitzene Hans-Heinrich von Schönfels, der die Federführung für die Strukturreform des Hessischen Schützenverbandes hatte, wurde zum neuen Präsidenten des Deutschen Schützenverbandes gewählt. Dieser Amtswechsel hat laut Florian Keil jedoch auch zur Folge, dass von Schönfels nicht mehr als Landesvorsitzender amtieren darf und ein Nachfolger gefunden werden muss. Positiv bewertete Keil den Umzug von der Frankfurter alten Oper zum Römer, an dem auch zahlreiche Vertreter aus den beiden südlichsten hessischen Kreisen teilnahmen.

Der Bergsträßer Kreisschützenmeister Stefan Spahl hob die Kreisehrung in Gorxheimertal-Unterfockenbach hervor, die letztmals auf Kreisebene stattfand. Er äußerte die Hoffnung, dass sich der Schützenbezirk dieser Veranstaltung besinnt und ähnliche Veranstaltung auch künftig unter der Gastgeberschaft des SV Hubertus Trösel stattfinden mögen.

Die Berichte der Kassenprüfer, die von Ralf Hofferbert (Odenwald) und Dieter Eberhard (Bergstraße) vorgetragen wurden, unterstrichen die einwandfreie Führung der Kreiskassen, die ohne Beanstandung ihrerseits gewesen sei. Noch einmal stimmten die Delegierten der beiden Schützenkreise über die Anträge auf Entlastung der Kreisvorstände getrennt ab. Die Delegierten schlossen sich den Anträgen an und votierten auf beiden Seiten einstimmig für die Entlastung.

Diese Abstimmung war zugleich der letzte Formalakt für die beiden Schützenkreise und bewirkte deren Auflösung, die von den Kreisvorständen an die Delegierten verkündet wurde. Somit war der Weg zur Gründung des Schützenbezirks Starkenburg, der bereits beschlossen war, frei. Jetzt galt es, die Bezirksvorstände zu bilden. Zu diesem Zweck mussten die Vorstandsmitglieder der beiden Schützenkreise die erhöhte Bühne, auf der sie zuvor Platz genommen hatten, verlassen.

Das Wort übernahm Thomas Carrasco vom SV Rai-Breitenbach, der von der Versammlung zum Wahlleiter ernannt wurde. Zusammen mit den ehemaligen Kreisvorsitzenden Stefan Spahl und Florian Keil erläuterte das Wahlprocedere, wonach der künftige Bezirksvorsitzende und seine Stellvertreter in geheimer Wahl sowie die Referenten per Akklamtion jeweils mit Stimmkarten, die gemäß der Vereinsgrößen verteilt wurden.

Nahezu vollzähliche bis einstimmige Mehrheiten bekamen alle Funktionsträger bei der abschließenden und reibungslosen Wahl. Souverän und mit der einen oder anderen süffisanten Bemerkung nahm Thomas Carrasco auf gekonnte Art eine gewisse Anspannung aus den Wahlgängen heraus und konnte dann auch die Vorstandsmitglieder verkünden. Bei den federführenden Führungskräften nahm die Auszählung der Stimmen nach der geheimen Wahl etwas Zeit in Anspruch, doch konnte auch deren Votum relativ rasch verkündet werden.

Florian Keil ist zum ersten Bezirksschützenmeister des Schützenbezirks Starkenburg ernannt worden und wird den Vorstand satzungsgemäß in den nächsten vier Jahren führen. Mit Stefan Spahl und Hans-Joachim Bessert wurde je ein Repräsentant der frühren Schützenkreise Bergstraße und Odenwald zu den stellvertretenden Bezirksschützenmeistern gewählt. Eine weitere Schlüsselfunktion nimmt Gerd Delp künftig wahr, der wie in der Bergstraße dann auch im “38er Bezirk” die Funktion des Sportleiters innehaben wird. Silke Hallstein wird als Schatzmeisterin die Verantwortung für die Budgetverwaltung tragen und somit in wirtschaftlichen Fragen ein wichtiges Bindeglied zum Hessischen Schützenverband sein. Wie Silke Hallstein stammt auch Petra Marksteiner-Brohm vom Schützenkreis Odenwald und ist als Schriftführerin ebenfalls Mitglied des geschäfstführenden Bezirksvorstandes. Diesem gehört dann auch der Rai Breitenbacher Uwe Krätschmer an, der neben vielfältigen anderen Positionen 25 Jahre Erfahrung in der Nachwuchsarbeit in seiner Vita stehen hat und künftig Bezirksjugendleiter ist.

Auf Referentenebene sind insgesamt 17 Personen vertreten, die zusammen mit den geschäftsführenden Vorstandsmitgliedern einen 22 Personen starken Vorstand des Schützenbezirks Starkenburg bilden wird.

Schon bei dieser Gründungsversammlung waren erste Beschlüsse zu fassen. So wurde über die künftige Medaillenverleihung bei Meisterschaften abgestimmt, wonach Gold, Silber und Bronze verliehen werden sollen und nicht nur – wie früher im Bergsträßer Bereich oberhalb des Nachwuchses nur Gold. Ein weiteres Thema war die Bezirksrundenkampfordnung, die im Vorfeld erstellt worden war und nun auch beschlossen wurde. Eine Diskussion gab es bei der Bezeichnung der Klassen unterhalb der Bezirksliga. Der SV Siedelsbrunn beantragte die Beibelassung der früheren Bezeichnungen „Kreisklasse“ und „Grundklassen“, da auf diesen Ebenen die Wettkämpfe ohnehin in den früheren Kreisgebieten durchgeführt werden. Die Delegierten schlossen sich jedoch den vorherigen Entwürfen an, wonach mehrheitlich beschlossen wurde, dass unterhalb der Bezirksligen die Klassen „Bezirksklasse O für Odenwald und B für Bergstraße“ – diese entsprechen den früheren Kreisklassen – und darunter wiederum die Bezirksklassen O 1 und darunter sowie B 1 und darunter – die früheren Grundklassen.

Wichtige Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. So ernannte die Versammlung 13 von 14 erforderlichen Delegierten, die vom 13. bis 15. April 2018 beim nächsten Hessischen Landesschützentag in Wetzlar teilnehmen sollen.

Noch im Herbst dieses Jahres soll ein erneuter Sachkundelehrgang (30. September und 1. Oktober) sowie eine Vorstandsitzung (Ort und Zeit stehen noch aus) stattfinden. Die nächste Delegiertenversammlung steht dann unmittelbar vor der Landesdelegiertenversammlung im Bereich des Odenwaldkreises aus.

Das Schlusswort ergriff mit Stefan Spahl einer der künftigen stellvertretenden Bezirksmeisterschaften und trug ein Gedicht vor, das zum Leidwesen vieler Verantwortlicher die Aussage „Immer die Gleichen“ beinhaltete. Mit dieser humorvollen Weise endete eine harmonische und reibungslose Gründungsversammlung nach etwas mehr als zwei Stunden und fortan konnten die Delegierten des neuen Bezirks in den gemütlichen Teil des Abends übergehen. Mit dem Schützenbezirks Starkenburg steht nun die südliche Speerspitze des Hessischen Schützenverbands im hessischen Teil der Metropolregion Rhein-Neckar.

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