Aster Walter-Fesshaye (l.) und Kamerafrau Salomé Lou Römer mit ihren Assistenten. Foto: bb

Aster Walter-Fesshaye (l.) und Kamerafrau Salomé Lou Römer mit ihren Assistenten.
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Wasihun Bekele führte über die Weltkulturerbestätte „Kloster Lorsch“. Foto: bb

Wasihun Bekele führte über die Weltkulturerbestätte „Kloster Lorsch“.
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Lorsch (bb) – In Lorsch sind zwei Kurzfilme für den Video-Wettbewerb „Aus meiner Sicht“ gedreht worden. Geflüchtete berichten darin über ihr Leben und ihren Alltag in Deutschland.

Hauptdarsteller der drei- bis fünfminütigen Videos ist zum einen Aster Walter-Fesshaye, die 1991 aus Eritrea flüchtete. Das erste halbe Jahr in Deutschland lebte sie in einer Flüchtlingsunterkunft in Grasellenbach. In dem vom Evangelischen Dekanat Bergstraße konzipierten Ausstellungsprojekt „Fremde. Heimat“ sagte sie über diese Zeit: „Ich konnte kein Deutsch, hatte keinen Kontakt und der Winter war bitter kalt. Ich hatte solches Heimweh, dass ich schon bereute, hierhergekommen zu sein.“

In dem Video „Aus meiner Sicht“ setzt sie einen anderen Schwerpunkt. Sie schildert, wie und warum sie vom Flüchtling zur Betreuerin von Flüchtlingen in Lorsch und Lautertal wurde. In diesem Kommunen steht sie hauptamtlich mit jeweils zehn Wochenstunden  als Ansprechpartnerin für Flüchtlinge und Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit zur Verfügung. Diese zunächst auf ein Jahr befristete halbe Stelle wurde unter anderem von der Diakonie Hessen mit 10.000 Euro bezuschusst.

In einem weiteren Video schildert Wasihun Bekele aus Äthiopien, das Ankommen und das Leben in Deutschland aus seiner  Sicht. Er führte das Filmteam fachkundig über das Gelände der Weltkulturerbestätte “Kloster Lorsch“. Das hat einen guten Grund. Denn Wasihun Bekele erinnert daran, dass es auch in Äthiopien bedeutende Weltkulturerbestätten gibt wie etwa die Felsenkirchen in Lalibela.

Was die beiden Geflüchteten aus ihrer Sicht berichten, hat die in München lebende Kamerafrau Salomé Lou Römer eingefangen. „Der Dreh hat super geklappt. Aster und Wasihun waren sehr motiviert und interessiert. Wasihun hat sogar schauspielerisches Talent und alle Anweisungen sehr schnell umgesetzt. Und für die entspannte Atmosphäre besonders wichtig:  Aster hat uns zwischendurch lecker bekocht und mit traditionellem Teiggebäck verwöhnt.“, sagte Salomé Lou Römer, die an der Geschwister-Scholl-Schule in Bensheim Abitur machte und Ihre Ausbildung als Kamerafrau bei der Bavaria in München absolvierte.

Tatkräftig unterstützt wurde sie bei den Dreharbeiten von Geflüchteten wie Mogos Michael, Ermias Ghirmnatrion und Mabrahtom Zemi aus Bürstadt,  Selamawil Luul-Johannes aus Lorsch sowie Tisfahalem Johannes  aus Viernheim. „Sie haben eifrig mitgeholfen und waren großartige Assistenten. Für mich war das sehr angenehm und sehr hilfreich“, berichtete Salomé Lou Römer nach dem Filmdreh. In Lorsch hatte sich die Ökumenische Flüchtlingshilfe in Verbindung mit der Ausländerbeauftragten des Kreises Bergstraße, Brigitte Paddenberg  für den Video-Workshop eingesetzt.

Der Video-Wettbewerb „Aus meiner Sicht“ ist von der  Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus (Darmstadt) ausgeschrieben worden. Drei Siegervideos, die von einer Jury ausgewählt werden, erhalten Wertgutscheine in Höhe von 1000, 500 und 250 Euro. Die Preisverleihung ist für den 10. Dezember in Mainz geplant.

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