Foto: Günter Bichlmaier

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Dr. Markus Neumann, Rainer Baumann, Bert Schreiber, Dieter Martin und Bernd Nennstiel (von links).  Foto: Günter Bichlmaier

Dr. Markus Neumann, Rainer Baumann, Bert Schreiber, Dieter Martin und Bernd Nennstiel (von links).
Foto: Günter Bichlmaier

Mannheim (Günter Bichlmaier) – Am Montagabend, 13. März 2017 feierte die „Rustikale Feinschmeckerchucchi“ des Mannheimer Fernseh- und Radiokoch und Kochbuch-Autor Bert Schreiber ihre 50. Ausgabe der sogenannten „Schaffermahlzeit des Südens“. Hierbei wurde Dr. Ulf Merbold die „Mannheimer Kochschürze“ verliehen.

Vor über 50 Jahren gründete Bert Schreiber zusammen mit dem verstorbenen Pit Steiger den Club der kochenden Männer, die sogenannte „Rustikale Feinschmeckerchucchi“. Inzwischen sind in Deutschland mehr als 1200 solcher Hobbyköche organisiert, deren Großkanzler Robert Eymann aus Bremen extra zur Veranstaltung angereist ist. Das gleiche trifft auch auf die Obersten der Hobby-Köche aus der Schweiz und aus Belgien zu. Bert Schreiber selbst ist Ordensoberer und Generalsekretär der Internationalen Vereinigung der nationalen Clubs kochender Männer „Conféderation Culinaire Internationale de la Marmite“.

Einmal im Jahr verleihen die Mannheimer Hobby-Köche in einer Festveranstaltung, der sogenannten „Schaffermahlzeit des Südens“, einer herausragenden Person aus Reihen der Politik, Wirtschaft, Sport, Unterhaltung oder Medien, also jemand, der in Beruf, Hobby, Sport etwas Außergewöhnliches geleistet hat und „gut zu rühren versteht“, die Mannheimer Kochschürze. Bert Schreiber hat als Chef der Rustikalen Feinschmeckerchuchi Mannheim diese ungewöhnliche Ehrung initiiert und ist nach wie vor Motor der gerühmten Veranstaltung. Ihn überrascht es selbst, dass „dieses Stück Stoff mit besticktem Namen“ (Kochschürze) nach so langer Zeit immer noch an Prominente verliehen werden kann. Persönlichkeiten wie Sepp Herberger, Schauspieler Günter Strack, Olympiasieger Jörg Thoma, Sternekoch Harald Wohlfahrt, Showmaster Max Schautzer, Ex-Bundesminister Dr. Theo Waigel, die Ex-Ministerpräsidenten Roland Koch und Günter Öttinger, Musiker Franz Lambert, I.O.C.-Präsident Dr. Thomas Bach, Dr. Wolfgang Porsche, Ex-Boxweltmeister Henry Maske u.v.a. erfuhren in all den Jahren diese Ehrung. Im letzten Jahr erhielt der Publizist Hugo Müller-Vogg die begehrte „Mannheimer Kochschürze“, dieses Jahr fiel die Wahl auf den Astronauten Dr. Ulf Merbold.

Am Montagabend fand nun das 50 Mannheimer Herrenessen im Casino der MVV AG.  mit 111 geladenen Gästen statt, darunter neben bisherigen Kochschürze-Trägern und sonstigen Honoratioren auch Gäste mit Viernheimer Bezug wie Gerhard Mandel (SWR4-Kurpfalzradio), Peter Nagel, Erhard Kühn und Bernd Baldus (alle Viernheimer Rotarier) sowie Landrat a.D. Matthias Wilkes.

Um 19.30 Uhr eröffnete Bert Schreiber die Festveranstaltung im wunderschön dekorierten Casino Vital des MVV, musikalisch begleitet vom Franz Lambert auf seiner professionellen Orgel. In seiner Begrüßungsrede hieß Schreiber alle Eingeladenen mit seinem Ausspruch „wer hier isst, ist wer“ herzlich willkommen und dankte MVV Vorstands-Vors. Dr. Georg Müller für die langjährige Gastfreundschaft, denn MVV ist seit 46 Jahren Gastgeber für das „Mannheimer Herrenessen“.

Nach der Begrüßung stand der erste Gang „Ein Thüringer erobert italienisch-schwäbisch das All“ des von den Köchen der „Mannheimer Kochschürze“ wunderbar zubereiteten Menüs an, zu denen auch die Viernheimer Hobbyköche Rainer Baumann (Lammschlachterei Baumann) und die beiden Anwärter Dieter Martin (Rolladen-Martin) und Dr. Markus Neumann (Arzt). gehören. Das Service-Team von Nico Muzzi brachte Vitello tonato, Meeresfrüchtesalat mit Bohnen, Peperonata mit Büffelmozzarella mit einem typisch regionalen G’schmäckle) an den Tisch.

Im Anschluss stellte Bert Schreiber einzelne Gäste vor. Ganz besonders freute er sich über die Anwesenheit der Kochschürzenträger Dr. Müller-Vogg (2016), S.K.H. Leopold, Prinz von Bayern (2011), Ex-Arbeitgeberpräsident Prof. Dr. Dieter Hundt (2007), Baden-Württembergs Finanzminister a.D. Willi Stächele (2003), Musiker Franz Lambert (2001), Hess. Ministerpräsident a.D. Roland Koch (2000) und 3-Sterne-Koch Harald Wohlfahrt aus Baiersbronn-Tonbach/Schwarzwald (1997). Weiterhin begrüßte er namentlich Baden-Württembergs Minister f. Ländlichen Raum Peter Hauk, Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz und Mannheims Ehrenbürger Gerhard Widder.

Nach der namentlichen Gästevorstellung wurde die zweite Vorspeise „Forellenmaultäschle auf einem sahnigen Lachgemüse“ serviert. Zwischendurch spielte immer wieder Franz Lambert und begeisterte die anwesenden Gäste.

Bevor der weitere Gang serviert wurde, dankte Bert Schreiber den Sponsoren Jochen und Thomas Keilbach (EICHBAUM-Brauerei),  Josef Huber (Schwarzwald-Sprudel Bad Peterstal-Griesbach), Michael Grimminger (Backbetriebe), Bernd Otto / Peter Bausback (Blumen-Arrangement u. Dekoration) sowie Nico Muzzi (Service).

Nach der Hauptspeise „Osso bucco auf einem cremigen Risotto“ (italienischer Klassiker, „neu“ abgeändert) ging es sogleich zur Hauptattraktion des Abends, nämlich die Verleihung der Kochschürze an Astronaut Dr. Ulf Merbold.

Der diesjährige „Ausgezeichnete“, Astronaut und Weltraumfahrer Dr. Ulf Merbold, ist 1941 in Greiz/Thüringen geboren, machte 1960 das Abitur und wollte dann Physik studieren. Da er aber wegen fehlender FDJ-Mitgliedschaft (DDR) keine Studienerlaubnis erhielt, flüchtete er nach Stuttgart zu seiner Tante und machte hier nochmal sein Abitur. 1962 begann sein Studium an der Uni Stuttgart, wo er 1976 zum Dr. der Naturwissenschaften promovierte. Als Astronauten-Anwärter gehörte er zu den ersten 2000 Bewerbern bei der Europäischen Weltraumorganisation und schaffte es als Finalist direkt ins Space Center der NASA in Houston/Texas. Als Crew-Mitglied (Nutzlastspezialist) flog er 1983 als erster ausländischer Raumfahrer mit einem US-Shuttle ins All, dem 1993 ein zweiter Flug folgte. Der spektakulärste Weltraumflug fand 1993 statt, für den Dr. Merbold fast eineinhalb Jahre in russischer Ausbildung in Sprache und Technik war. Mit der russischen Raumfähre flog er zur Raumstation „Mir“ und nach 32 Tagen Aufenthalt im All ging es mit dem Raumschiff Sojus wieder zur Erde zurück.

In seiner Laudatio auf Dr. Ulf Merbold würdigte Bert Schreiber dessen Leistung für die Wissenschaft, die solch eine Ehrung, die es sonst nirgendwo gibt, verdient. Zur Zeremonie gehörte nun, dass ihm Bert Schreiber vor der komplett aufgereihten Mannheimer Feinschmeckerchuchi die Kochschürze umband, die Kochmütze aufsetzte und den Kochlöffel übergab. Danach musste sich Dr. Merbold vor Großlöffelmeister Peter Maichle und den Kochbrüdern hinknien und aus dem Riesenlöffel den von ihm selbst festgelegten Schluck Sekt trinken. Mit dieser Aktion hat Dr. Ulf Merbold die „Mannheimer Kochschürze“ erhalten und ist in den illustren Kreis der Mannheimer „Rustikale Feinschmeckerchucchi“ aufgenommen worden.

In seiner Dankesrede bekannte Dr. Ulf Merbold, dass er zwar über keinerlei Fähigkeiten am Herd verfüge, aber gutes Essen sehr genießt. Als Kind sei er auf diesem Gebiet nicht verwöhnt worden, sondern in kargen Verhältnissen aufgewachsen. „Zuhause gab es eine Ziege, und Weizenschrot mit Ziegenmilch war mein Grundnahrungsmittel nach dem Krieg“, so sein Rückblick. Auch die Esserei im Weltraum sei etwas gewöhnungsbedürftig. Zur Veranschaulichung hatte Dr. Merbold Raumfahrerkost mitgebracht. Sein Dank gehe an die Mannheimer Hobby-Köche, die ihn im Zuge der Auszeichnung sehr verwöhnt haben.

Mannheims OB Dr. Peter Kurz würdigte sowohl die Leistung von Dr. Ulf Merbold als auch die von Bert Schreiber und seinem Kochclub. Es sei schon sagenhaft, wie Bert Schreiber es mit seiner Vernetzung immer wieder schafft, Jahr für Jahr Persönlichkeiten für die Kochschürzen-Auszeichnung zu gewinnen. Die Liste der bisherigen Träger widerspiegele geradezu die bundesrepublikanische Geschichte. Auf die „Rustikale Feinschmeckerchucchi“ mit ihrer jährlichen Kochschürzen-Auszeichnung kann Mannheim mit Recht stolz sein. Zum 50. Jubiläum und als Dank dafür übergab OB Kurz Bert Schreiber ein Album als Geschenk, Franz Lambert gratulierte musikalisch mit der „Ode an die Freunde“.

Das kulinarische Finale bestand aus der „Baden-Württemberg-Trilogie“, zusammengestellt mit kleinem „Ofenschlupfer“ und Vanillesauce, Trollingereis und Terrine von Schichtkäse mit marinierten Aprikosen. Den Abend ließ man anschließend in losen Gesprächen ausklingen.