Die Vertreter der Selbsthilfegruppen werben für den 13. Tag der Selbsthilfegruppen Viernheim am Sonntag, 26. März 2017 im Bürgerhaus. Foto: vn

Die Vertreter der Selbsthilfegruppen werben für den 13. Tag der Selbsthilfegruppen Viernheim am Sonntag, 26. März 2017 im Bürgerhaus.
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24 Stände sind in beiden Sälen des Bürgerhauses vertreten. Grafik: © Stadt Viernheim

24 Stände sind in beiden Sälen des Bürgerhauses vertreten.
Grafik: © Stadt Viernheim

Viernheim (nk) – Sie sind chronisch krank oder behindert, psychisch beeinträchtigt, versuchen sich aus einer Sucht zu befreien oder kämpfen mit schwierigen sozialen Lebenslagen und wollen sich mit anderen Betroffen austauschen. Dazu haben sie die Möglichkeit beim 13. Tag der Selbsthilfegruppen am Sonntag, 26. März 2017 im Bürgerhaus.

Der Selbsthilfetag bietet die Chance, von 10.00 bis 16.00 Uhr eine Vielfalt an Themen und Kompetenzen kennenzulernen. Neben fünf Vorträgen kann man sich an 23 Infoständen – die beide Säle des Bürgerhauses belegen – über die Selbsthilfegruppen informieren. Man bekommt an den einzelnen Info-Tischen Gesprächspartner mit hoher Kompetenz, die über eigene Erfahrungen verfügen, was die jeweilige Krankheit betrifft. Auch der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter ist mit einem Spielmobil vertreten.

Am Montag, 13. März 2017 stellten Bürgermeister Matthias Baaß, Horst Stephan und Sabrina Eufinger (Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen Viernheim) sowie Mitglieder der beteiligten Selbsthilfegruppen das Programm vor.

Bürgermeister Baaß berichtete, dass gerade für chronisch Kranke die Mitarbeit in einer Selbsthilfegruppe oftmals der erste Schritt ist, um aus einer als hoffnungslos empfundenen Situation heraus zu kommen und das eigene Leben trotz Krankheit wieder aktiv zu gestalten. Die Gruppen mit Gleichbetroffenen bieten den einzelnen Mitgliedern seelischen Halt und stärken das Selbstvertrauen. Sie ermutigen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen und machen den Betroffenen Mut, alte, eingefahrene Verhaltensweisen aufzugeben und neue Wege zu finden.

Programmübersicht

10.00 Uhr
Begrüßung Bürgermeister Matthias Baaß
Mitmach-Gymnastik der Parkinson-Selbsthilfegruppe
Musikalische Begleitung, Gerhard Knapp (Flügel)

10.30 Uhr
Wenn die normale Brille nicht mehr ausreicht
Vortrag der Selbsthilfegruppe „Sichtweise“
Referent: Volker Dieterich, Optiker

Ab welcher Sehleistung muss ich mit Einschränkungen rechnen? Welche Möglichkeiten gibt es bei eingeschränkter Sehleistung beim Fernsehen, Autofahren, Orientierung im Freien? Welche Möglichkeiten gibt es im Nahbereich beim Lesen oder Handwerken? Überblick über optische und elektronische Hilfsmittel. Hinweise zu Selbsthilfeorganisationen, Augenoptikern und Augenärzten.

11.15 Uhr
Schlafapnoe, die neue Volkskrankheit
Vortrag der Selbsthilfegruppe Schlafapnoe
Referentin: Oberärztin Judith Schmidt, Leiterin des Schlaflabors am Theresienkrankenhaus Mannheim

Die Schlafapnoe und hier insbesondere das obstruktive Schlafapnoesyndrom können schon aufgrund ihrer Häufigkeit als Volkskrankheit bezeichnet werden. Ihre Erkennung ist vor allem wegen der Folgen wie Tagesschläfrigkeit bis hin zum Sekundenschlaf und Herz-Kreislauferkrankungen wichtig. Mit diesem Vortrag sollen die Möglichkeiten der Diagnostik, die Symptome und die Therapieoptionen beleuchtet werden.

12.00 – 13.00 Uhr Mittagspause

13.00 Uhr
Hilfen bei Schwerhörigkeit, Ertaubung und Ohrgeräuschen
Vortrag der Selbsthilfegruppe Cochlea Implantat
Referent: Professor Dr. Dr. h .c. Peter K. Plinkert, Ärztlicher Direktor der Univer sitäts-Hals-Nasen-Ohrenklinik Heidelberg

Über zwölf Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Schwerhörigkeit, Ohrgeräuschen oder Taubheit. Vielen von ihnen kann heute geholfen werden. Voraussetzung ist eine genaue Untersuchung der Ursachen. Diese können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich gelagert sein. In seinem Vortrag möchte Professor Plinkert die Möglichkeiten aufzeigen und Hoffnung machen.

13.45 Uhr
AD(H)S bei Kindern und Erwachsenen – Familienthema zwischen Chaos und Genialität
Vortrag der ADHS-Selbsthilfegruppe
Referent: Kai Strugalla, Heilpraktiker

Konzentrationsschwierigkeiten, Bewegungsdrang, Impulsschwäche, innere Unruhe. Immer häufiger wird die Diagnose AD(H)S bei Kindern und auch bei Erwachsenen gestellt. Aber was genau versteht man eigentlich unter diesem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom? Woher kommt es und welche Möglichkeiten gibt  es, dieses zu behandeln?

In diesem Vortrag werden grundlegende Ursachen im Gehirn beleuchtet, die für AD(H)S verantwortlich sind, sowie typische Symptome vorgestellt. Es wird der Bezug zu den biochemischen Ursachen aufgezeigt und wie es sich in einer veränderten Art des Denkens und Verhaltens auswirkt. Daraus resultieren sowohl positive Eigenschaften wie zum Beispiel erhöhte Kreativität als auch erschwerende wie fehlende Strukturierung oder Konzentrationsschwäche.

14.30 Uhr
Biochemische Erklärung der Alkoholkrankheit
Vortrag der Guttempler
Referent: Gerhard Knapp, Biologe und Präventologe

Eines von über 400 Enzymen im Körper des Menschen bewirkt eine katastrophale Entgleisung in der Leber für die Umwandlung des Alkohols in Acetaldehyd. Anstatt Alkoholmoleküle landen in den Neuronen Acetaldehyd, und dadurch wird der Suchtstoff Papaverin gebildet, der sich an den Wänden der Neuronen ab setzt und an den Hypothalamus pausenlos signalisiert: mehr Alkohol.

Die Info-Stände

  1. Kontakt- und InformationsStelle für Selbsthilfe
  2. Anonyme Alkoholiker und Guttempler
  3. Chamäleon (Depressionen)
  4. Leben mit und nach Krebs
  5. SHG für Angehörige dementiell Erkrankter
  6. Rheuma-Liga
  7. Selbsthilfegruppe Parkinsan
  8. Selbsthilfegruppe Schlafapnoe
  9. DSL-Selbsthilfegruppe „Schmerz lass nach!“
  10. SHG Morbus CrohnjColitis Ulcerosa
  11. SHG Multiple Sklerose
  12. SHG „Sternenkinder“
  13. Hospizverein
  14. Naturheilverein
  15. ADS und AD(H)S Erwachsene und Kinder
  16. RLS Mannheim (Restless Legs Syndrom)
  17. BSK Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter
  18. Selbsthilfegruppe Epilepsie
  19. Lieselatte Zwiespalt (Depressionen)
  20. „Sichtweise“ (Augenerkrankungen)
  21. Selbsthilfegruppe Diabetes
  22. Selbsthilfegruppe Cochlea-Implantat
  23. Spiel mobil des BSK
  24. Kuchenverkauf